Die Arbeit ist ein Gegenstück zu einem von Hand mit Perlen besetzten Vorhang, den ich für die Ausstellung The Science of Being and the Art of Living herstellte. Bestehend aus über 60.000 Silberperlen benötigte die Anfertigung des Vorhangs hunderte von Stunden. Dagegen erkannte ich Ars Moriendo als eines meiner eigenen Kunstwerke in dem Moment an, als ich es durch das Fenster eines Second-Hand-Shops sah. Einiges musste angepasst werden, doch im Grunde war es von Anfang an perfekt.
Ars Moriendo ist „die Kunst des Sterbens“. Der Spiegel interessierte mich als ein Material, welches um „Sterblichkeit“ geht, nicht einfach als Resultat einer herkömmlichen Handhabung, sondern als eine innewohnende Bedeutungsebene. Der Spiegel stellt eine überzeugende Illusion der Realität dar, die andeutet, dass jedes Bild der Realität ebenfalls eine Illusion sein könnte. In Wirklichkeit erfahren wir die reale Welt nie – wir erfahren nur das eigene Nervensystem und seine Darstellungen.
Carol Bove