David Nash

Text zu Sliced Menhirs

Die Wahlheimat des Briten David Nash ist Wales. Sein „Atelier“ (in Wahrheit ein sehr großer, gut geführter und organisierter „Bauhof“) liegt inmitten eines Bergbaugebietes, dessen Landschaft heute durch Schiefergeröllhalden, natürliche Hügel und ausgedehnte Waldgebiete charakterisiert wird. In der spröden, urtümlichen und auch durch Industriegeschichte geprägten Gegend befinden sich noch Relikte aus der keltischen Vorgeschichte Britanniens, auf die Nash hier ganz allgemein Bezug nimmt. Die Baumstämme sind mit der Kettensäge in Scheiben geschnitten worden. Zumeist handelt es sich dabei um frisches, kaum durchgetrocknetes Holz, das nach solcher Bearbeitung weiter „arbeitet“, das heißt weiter trocknet, reißt, Spalten ausbildet, also in einen natürlichen Veränderungsprozess eintritt, der durch den künstlerischen Eingriff allerdings eine Richtung erhält.  

 

Text zu Rising Layers

Der britische Künstler David Nash gehört zu den profiliertesten und bekanntesten Holzbildhauern der Welt. Seine Werke befinden sich inzwischen in zahllosen öffentlichen Sammlungen. Durch seine Beschäftigung mit dem Holz, die man die künstlerische Erforschung dieses Materials in einer bisher nicht bekannten Tiefe und Art nennen könnte, steht Nash mitten in der zeitgenössischen Kunst. Die Kenntnis der Bedingungen, die das Holz bietet, ist der entscheidende Punkt: Die physische Natur entscheidet über die Form der Bearbeitung, der natürliche Prozess etwa der Trocknung, die Alterung überhaupt, ist das wichtigste Mittel der Formgebung, die es nicht allein auf ein „Bild“ abgesehen hat, sondern auf Fähigkeit des Holzes, das Vermögen von Leben und Natur anschaulich zu machen. Ein Mittel kommt gelegentlich hinzu: die Verkohlung der Oberflächen, die zahlreiche Ausdrucksmöglichkeiten zum Beispiel im Kontrast der Farben, der Materialität und ähnliches zu Schnittflächen am selben Stück bereithält und dabei sogar sinnbildlichen Charakter erhalten kann.

Dr. Jürgen Fitschen