Ernst Wilhelm Nay

1902
Ernst Wilhelm Nay wird am 11. Juni als zweites von sechs Kindern in Berlin geboren.
Seine Eltern sind Johannes Nay, Regierungsrat, und Elisabeth Nay, geb. Westphal.

1915
Nay kommt auf die Internatsschule von Schulpforta in Thüringen. Erstes Interesse für moderne Kunst. Erste Malversuche.

1921
Abitur in Schulpforta und Rückkehr nach Berlin; wird Lehrling in der Berliner Buchhandlung Gsellius, malt in seiner freien Zeit.

1924
Nay stellt sich mit drei seiner autodidaktisch gemalten Bilder bei Carl Hofer an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin, vor.

1927
Nay wird Meisterschüler Hofers und erhält ein eigenes Atelier an der Akademie. Erster Ankauf eines Bildes durch ein Museum (Landschaft Promenade, Provinzial-Museum, Hannover).

1928
Beendigung des Studiums. Im Dezember Studienreise nach Paris.

1931
Nay erhält die Prämie des Staatspreises der Preußischen Akademie der Künste, verbunden mit einem Stipendium für einen neunmonatigen Aufenthalt in der Deutschen Akademie, Villa Massimo, in Rom (Oktober 1931 - Juni 1932).

1932
Auf der Rückreise nach Berlin erste Begegnung mit dem Kunsthändler Günther Franke in München, der sich von da an für Nays Kunst einsetzt.

1933
In einem Hetzartikel der Nationalsozialisten gegen die moderne Kunst im "Völkischen Beobachter" vom 25.2.1933 wird Nays Bild Liebespaar als "Meisterwerk der Gemeinheit" verhöhnt.

1934
Ostsee-Aufenthalt; Bekanntschaft mit Erich Meyer, Alfred Hentzen, Werner Haftmann und dem 1933 von den Nationalsozialisten aus seinem Amt entlassenen Direktor des Essener Folkwang-Museums Ernst Gosebruch.

1935
Im Sommer Aufenthalt an der Ostsee. Es entstehen Rohrfederzeichnungen, die so genannten "Fischerzeichnungen", und im Berliner Atelier "Dünen- und Fischerbilder".

1937
Zehn Werke aus öffentlichem Besitz werden von den Nationalsozialisten bei der Aktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt. Die Bilder "Fischerboote an der Hafenmole" und "Fischerdorf Teju auf Bornholm" werden in der Ausstellung "Entartete Kunst" in München gezeigt. C. G. Heise bittet den ihm befreundeten Edvard Munch, durch finanzielle Hilfe Nay einen Aufenthalt in Norwegen zu ermöglichen. Munch erfüllt diese Bitte, und Nay fährt im Sommer nach Norwegen, besucht Munch in Skojen bei Oslo und reist anschließend für mehrere Monate auf die Lofoten, wo er in Svolvaer, Stamsund, Eggum und Reine lebt und Aquarelle malt. Nach seiner Rückkehr entstehen im Berliner Atelier die "Lofoten-Bilder".

1938
Zweite Reise auf die Lofoten.

1940
Kriegsdienst als Infanterist, zunächst in Südfrankreich, dann in der Bretagne. In seiner dienstfreien Zeit arbeitet Nay an kleinen Aquarellen und Zeichnungen. Er ist in Auray stationiert und wird zur Beschaffung von Filmen für die Truppe und als Quartiermeister eingesetzt.

1942
Durch Vermittlung von Hans Lühdorf, der in Le Mans als Dolmetscher Dienst tut, wird Nay als Kartenzeichner zu einem Armeestab nach Le Mans versetzt. Erstmalig entstehen Gouachen. In einem Kreis französischer Intellektueller findet Nay Verständnis für seine Kunst. Der Amateurbildhauer Pierre de Térouanne stellt ihm sogar sein Atelier zur Verfügung.

1943
Auf einer Dienstreise nach Paris besucht Nay Kandinsky. Im Mai Besuch von Ernst Jünger in Le Mans. Nays Atelier in Berlin wird durch Bomben zerstört.

1945
Im Mai wird Nay als Obergefreiter von den Amerikanern entlassen. Da seine Wohnung in Berlin zerstört ist, geht er nach Hofheim/Taunus, wo er durch Vermittlung von Hanna Bekker vom Rath ein Atelierhaus bezieht. Hier entstehen die so genannten "Hekate-Bilder".

1949
Beginn der "Fugalen Bilder".

1951
Übersiedlung nach Köln.

1952
Beginn der Werkperiode der "Rhythmischen Bilder".

1954
Während eines Aufenthaltes in Lokken, Norddänemark, großformatige Aquarelle. Beginn der Werkperiode der "Scheibenbilder".

1955
Lichtwark-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg. Publikation von Nays theoretischer Schrift "Vom Gestaltwert der Farbe".

1956
Großer Preis des Landes Nordrhein-Westfalen für Malerei. In Freiburg malt Nay ein großes Wandbild für das Chemische Institut der Universität ("Das Freiburger Bild", 2,55 m x 6,55 m).

1957
Druck einer Serie von Farb-Aquatinten bei Georges Visat in Paris.

1958
Erste Reise nach New York.

1959
Aufenthalt auf der Insel Mykonos - es entstehen Aquarelle.

1960
Guggenheim-Preis, deutsche Sektion. Im Sommer entstehen Aquarelle auf der Insel Ischia.

1962
Reise nach New York, Washington D.C., Boston. Im Sommer erneut auf Ischia - Aquarelle.

1963
Neue Werkphase: "Augenbilder". Reise nach New York, Chicago, San Francisco, Los Angeles und Mexiko.

1964
Im Sommer entstehen Aquarelle auf Mykonos.

1965
Im Winter 1964/65 entwickelt Nay den neuen Stil seines Spätwerks. Im Sommer entstehen Aquarelle auf Kreta.

1967
Im Sommer entstehen Aquarelle in Italien und in Bayern. Auftrag für ein keramisches Wandbild für das Kasino des Kernforschungszentrums, Karlsruhe.

1968
Anfang April entsteht Nays letztes Bild "Weiß-Schwarz-Gelb" in drei Varianten. Am 8. April stirbt Ernst Wilhelm Nay an Herzversagen in seinem Haus in Köln.