Die aus Japan stammende Malerin, Zeichnerin und Bildhauerin Leiko Ikemura lernte zunächst im spanischen Granada Sprachen, ehe sie in Sevilla zwischen 1973 und 1978 Malerei und Bildhauerei studierte. Seit der Übersiedlung nach Zürich im Jahre 1979, einige Zeit später dann nach Köln und insbesondere nach Berlin, wo sie seit 1991 eine Professur an der Universität der Künste inne hat, gehört sie zu den anerkannten Künstlerinnen in Europa. Bekannt geworden ist sie zunächst durch Malerei und Zeichnung. Seit 1987 hat sich Ikemura wieder mit Bildhauerei befasst, in der nun die weibliche Figur das hauptsächliche Thema ist. Identität, Herkunft, Verlust, Trauer sind immer wieder ihre Sujets. Und so auch hier: Die in kleiner Auflage entstandene Bronzefigur zeigt in verschliffener, informeller Formensprache ein sitzendes Mädchen mit Katzenschwanz und Vogel auf dem Haupt. In japanischen Mangas (Comics) und Anime (Animationsfilmen) kommen sehr häufig anthropomorphe Mischwesen aus Mensch und Tier vor. Figuren mit Katzenmerkmalen heißen Nekomimi, ein geschlechtsloser Ausdruck für und Untergruppe der Kemonomimi (Gestalten mit Tiereigenschaften). In der westlichen Welt haben sich dafür die Begriffe „Catgirl“ für weibliche und „Catboy“ für männliche Figuren etabliert. Catgirls mit ausgeprägt katzenhaften Charaktereigenschaften zählen zu den oft in Mangas auftretenden Kemonomimi.
Dr. Jürgen Fitschen