Text zu Nana
Die ersten Nanas, die Niki de Saint Phalle berühmt machten, waren noch aus Draht und Stoff wurden 1964 in Paris präsentiert. Erst 1966 gelang die erste monumentale Nana-Plastik in Stockholm – eine über 25 Meter messende liegende pralle weibliche Gestalt mit einem Eingang für das Publikum in der Vagina. Sie wurde das Urbild aller Nanas, die mehr oder weniger freundlich, heiter, provozierend die Welt eroberten und 1969 das Leineufer in Hannover erreichten. Bei allen folgenden Großprojekten nach 1966, etwa dem Paradis fantastique für die Expo 67 in Montreal oder dem Golem in Jerusalem war Jean Tinguely ihr Berater und Mitschöpfer. Niki und Tinguely hatten sich schon 1955 getroffen und waren ein Liebespaar geworden. Das bekannteste gemeinsame Werk ist nach wie vor der Stravinsky-Brunnen am Centre Pompidou in Paris, in dem bunte Polyesterfiguren und bewegliche Metallobjekte miteinander wirken. Diese kleine Nana tanzt auf einer Spirale, die ebenfalls von Tinguely entworfen wurde.
Text zu The Couple
Mit ihrer Parole „Alle Macht den Nanas” griff Niki de Saint Phalle Ideen der Frauenbewegung auf. Zunächst als überlebensgroße Polyesterfiguren zum Betreten gestaltet, wurden die Nanas später programmatisch als Schmuckstücke, Flakons und viele andere Produkte verarbeitet und zu einer der ersten und wenigen regelrechten Marken, die die Kunstwelt seit der PopArt kennt, und zu einem Symbol für weibliches Selbstbewusstsein und Stärke. Die Blumenvase ist als limitiertes Auflagenobjekt zu Lebzeiten produziert und entworfen worden.
Dr. Jürgen Fitschen