Was hat mich angeregt, das Bild der Tochter festzuhalten: im Bademantel mit einem Handtuch um die nassen Haare geschlungen, zuerst am Strand in einer Federzeichnung und später in einer Terrakottabüste? Das anders eingerahmte Gesicht, wenn die Haare verborgen sind im Turban? Die scheinbare Fremdheit des Vertrauten?
Eine Besucherin betrachtete die Büste im Atelier und sagte: „Lettre persienne“. Ich verstand sie zuerst nicht und sie erklärte mir: Briefe aus Persien, eine Schrift von Diderot. Er hatte Persien als den Spiegel verwendet, um darin seinem Publikum das allen bekannte Frankreich noch einmal recht deutlich vor Augen zu führen. Das Vertraute im Gewand der Fremdheit. Vielleicht!
Robert Metzkes