Farbe und Bewegung
Farbe ist das Medium von Virginia Glasmacher: Sie taucht ganz in die Farbe ein und schwelgt darin in satten Tönen, gelegentlich mit dem Spachtel und mitunter mit ganzem Körpereinsatz arbeitend. In jedem Werk Glasmachers besitzen die vielfältigen Farben und Strukturen einen eigenen Klang.
Kalkül und Zufall spielen beim Werkprozess gleichermaßen eine Rolle: Feine Farbverläufe in Nass-in-Nass-Technik bilden stets den ersten Arbeitsschritt, bei dem ein weicher Bildgrund entsteht, der von der Dynamik des Pinsels und der Leuchtkraft der durch die Lasuren hindurch schimmernden Farben geprägt ist. In einem zweiten Schritt legt die Künstlerin partiell weitere Farbschichten über den Farbverlauf, wodurch ein Wechselspiel aus Vordergrund und Tiefenwirkung entsteht. Bildnerische Gestaltungsmittel wie der Hell-Dunkel-Kontrast oder der Dialog von warmen und kalten Farben spielen dabei eine wichtige Rolle. Diese Farbeffekte berühren den Betrachter emotional, während seine Augen in den großformatigen abstrakten Farblandschaften umherschweifen.