Andrea Neuman

Circling Green 34, 2020

Öl auf digitalbearbeiteter Fotografie auf Aluminium
22,5 × 30,3 cm
Verso signiert, datiert und betitelt
Provenienz:
Atelier der Künstlerin
"Circling green", Kreisendes Grün, ist eine neue, bislang 34 Arbeiten umfassende Serie der Künstlerin Andrea Neuman. In "circling green" verbindet Neuman technisch digitale Fotografie mit Malerei, formal sichtbaren Wirklichkeitsraum – hier der zahlreich besuchte, zur Fußgängerzone umgebaute Alexanderplatz in Berlin – mit gemalter Gegenstandslosigkeit sowie inhaltlich zwei unterschiedliche Zeitebenen: die in der Vergangenheit liegende, fotografisch festgehaltene sichtbare Wirklichkeit mit gemalter Gegenwart.

Im Unterschied zu den vorangegangenen, Fotografie und Malerei verbindenden Serien der Künstlerin verfolgt Neuman in circling green einen neuen malerischen Ansatz, der die Farbe nicht mehr als Fläche, sondern als plastische Masse begreift. Kreisend wölbt sich das Grün optisch in den Raum hinein, überlagert die teils unter diesem noch wahrnehmbare Szenerie oder lässt kreisrunde, in die Tiefe weisende Ausschnitte offen, in denen einzelne Menschen oder kleine Menschengruppen sichtbar werden. Obwohl Neuman in "circling green" in erster Linie formale, künstlerische Aspekte untersucht sowie den Ausdruck der verschiedenen Grünabstufungen, bleiben ihre Arbeiten vom aktuellen Zeitgeschehen nicht unberührt, scheinen doch die zu kleinen Gruppen oder Einzelfiguren isolierten Menschen die gegenwärtige Situation des gesellschaftlichen Lebens widerzuspiegeln.

In "circling green 34" hat sich die hellgrüne Farbmasse kegelförmig aufgeschichtet. Dicht an dicht steht obenauf ein Paar. Der kreisende Farbauftrag ist in dieser Arbeit dicht und opak, der Pinselduktus weniger ausgeprägt, so dass ihr Ausdruck ruhig und harmonisch ist. Die Situation wirkt trotz Isolation innig und aufgrund des lebhaften Hellgrüns
vital.