Ernst Wilhelm Nay

Ohne Titel, 1951

Aquarell über Bleistift auf Aquarellpapier
16 × 23,9 cm
Signiert und datiert
Provenienz:
Privatbesitz
Literatur:
Magdalene Claesges, Ernst Wilhelm Nay: Werkverzeichnis Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen, Bd. 2:1949-1953, Ostfildern 2014, S. ?
Nays Komposition von 1951 konstituiert sich aus überwiegend kantigen und gerundeten Flächen sowie aus wenigen linearen Elementen. Die sie charakterisierende Dynamik resultiert aus dem Aufbau der Flächenformen sowie der Linien in sich teils kreuzenden Schrägen sowie in den Diagonalen. Assoziationen an Gegenständliches stellen sich mit Ausnahme des in Gelb und Schwarz gearbeiteten Stabmotives nicht ein. Der Farbigkeit des Aquarells, die neben einem kräftigen Dunkelgrün, Zitronengelb, Schwarz und Braun insbesondere Rosaabstufungen sowie das Weiß des Papiers zeigt, wohnt neben einer ausgesprochenen Sensibilität eine strahlende Lebendigkeit inne.
Die Komposition der Arbeit entspricht annähernd einer 1951 entstandenen Gouache Nays (Bonn, Rheinisches Landesmuseum; WV Claesges 51-055), die Magdalena Claesges aufgrund des Stabmotives einer Gruppe von Zeichnungen und Gouachen um das Ölbild "Pilgrim" (1951; Museum Wiesbaden; WV Scheibler 531) zuordnet. Allerdings heißt dies nicht, dass das Aquarell von 1951 eine Vorarbeit oder Studie zu der Gouache im Rheinischen Landesmuseum, Bonn, darstellt. Aquarelle und Gouachen sind im künstlerischen Schaffen von Ernst Wilhelm Nay eigenständige Werke und von derselben Bedeutung wie die Ölbilder. Im Unterschied zu letzteren lassen sie keine Korrektur zu und sind somit in Gestaltung und im Ausdruck unmittelbarer, direkter.