Nanda Vigo

Cronotopo, 1963

Aluminium, Glas und Holz
60 × 60 × 7 cm
Signiert und datiert auf der Rückseite
Provenienz:
Atelier der Künstlerin;
Galleria Allegra Ravizza, Lugano
Den seit 1959 entstehenden Cronotopi (Singular: Cronotopo) der italienischen Architektin, Designerin und Künstlerin Nanda Vigo liegt in erster Linie ein phänomenologisches Konzept zu­ grunde, das sich mit Licht, Raum und Zeit auseinandersetzt. Vigo konstruiert die Cronotopi aus quadratischen oder auch rechteckigen Aluminiumkästen sowie verschieden strukturierten Glasscheiben, später (ab 1965) auch unter Hinzunahme von Neonröhren. Sie erreicht mittels der Materialien teils opake, teils transparente sowie spiegelnde Oberflächen, die das Licht unter­ schiedlich reflektieren und brechen. Ziel ist eine visuelle Ent­materialisierung des Objekts, dessen Verunklärung in der Wahr­ nehmung des Betrachters, der visuell irritiert, aber auch sensibilisiert wird.

Erste Impulse für ihr künstlerisches Schaffen, das sich bis heute mit dem Verhältnis von Licht und Raum befasst, erhält Vigo von Lucio Fontana und Giò Ponti. Vigos Interesse am Licht verbindet sie mit den Künstlern der Zero­Bewegung, an deren Ausstellun­ gen sie zwischen 1964 und 1966 beteiligt ist. 1965 kuratiert Vigo die legendäre Ausstellung „ZERO avantgarde“, die zunächst im Atelier von Fontana in Mailand gezeigt wird und in der Folge nach Venedig (Galleria del Cavallino), Turin (Galleria Il Punto), Rom (Galleria Il Segno) und Brescia (Galleria Associazione Zen) tourt.