Robert Metzkes

Kopf mit blauem Turban, 2009

Terrakotta, engobiert
38 × 22 × 24 cm
Signiert und datiert
Provenienz:
Atelier des Künstlers
"Gesang auf die Schöpfung oder Klage über ihre Gefährdung (…)!"
Robert Metzkes

Im Zentrum des plastischen Schaffens des Berliner Bildhauers Robert Metzkes steht die menschliche Gestalt. Seine oftmals annähernd lebensgroßen Bildwerke aus farbig engobierter Terrakotta
– Einzelfiguren, Gruppen, Torsi, Büsten und Köpfe – gehen stets vom Modell, von der Natur aus, erhalten jedoch mittels Formbildung, Bemalung, Bekleidung oder etwa der Verortung in der Welt der Commedia dell‘Arte einen idealisierten, überzeitlichen Charakter. Von klassischer Schönheit zeugen sie vom „Gesang“ Metzkes „auf die Schöpfung“. Metzkes‘ Menschenbilder ruhen in sich, sind introvertiert, selbst in der Bewegung. Sie scheinen der gegenwärtigen Welt enthoben und damit ihrer irdischen „Gefährdung“ entzogen.

Der Kopf mit blauem Turban zeigt Haupt und Antlitz einer jungen Frau. Um ihr Haar hat sie ein blaues Tuch zu einem Turban geschlungen; einzelne Strähnen lösen sich an ihrer linken Schläfe. Die feinen Gesichtszüge sind entspannt, beinahe lächelnd. In der Bildung des Antlitzes zeigen sich Einflüsse der ägyptischen Mumienporträts aus römischer Zeit, die schon Paula Modersohn-Becker inspirierten. Der Turban, ein wiederkehrendes Motiv im Werk des Bildhauers, verleiht dem Kopf der Frau die Faszination der Fremde.