Waldemar Otto

Figur mit Gewand XVI, 2004

Bronze
H. 22,3 cm
Ex.-Nr. 4/12
Signiert und nummeriert
Provenienz:
Atelier des Künstlers
Privatbesitz, Hessen
Waldemar Ottos Bronze zeigt eine weibliche Gestalt in bodenlangem Gewand. Mit Ausnahme des Kopfes sowie des rechten Armes mit Hand, die das Gewand oberhalb der Brust gerafft fasst, verhüllt das Tuch den Körper der Frau. Unter dem schwer und straff fallenden Stoff wölben sich die Körperrundungen nur andeutungsweise hervor. Auch der Kopf ist sparsam modelliert, Details wie etwa Augen und Mund sind mittels Ritzungen angedeutet. Die abstrahiert und konzentriert wiedergegebene weibliche Figur gehört in die zwischen 2001 und 2006 entstehende Werkgruppe
Figur mit Gewand, in der sich Waldemar Otto in erster Linie mit dem „Gegensatz von voluminösen, schwellenden Körperformen und straff gezogenen Faltenwürfen“ auseinandersetzt. Im „Zusammenspiel verschiedener Formelemente“ werden, so der Bildhauer, „im Zueinander und Gegeneinander, Spannung und Bewegung“ aufgebaut, die „in einer übergeordneten Harmonie zur Ruhe kommen.“ (Waldemar Otto, 2005). Obwohl sich Otto mit der Werkgruppe "Figur mit Gewand" in erster Linie mit Aspekten der Formbildung beschäftigt, scheint der Bronze "Figur mit Gewand XVI" darüber hinaus ein spiritueller Aspekt inhärent zu sein. Der gesenkte Kopf sowie die geschlossene Körperhaltung geben der Gestalt einen introvertierten, weltabgewandten Ausdruck, dem mittels des Gewandes, das in Form und Stofflichkeit an einen geistlichen Habit erinnert, Nachdruck verliehen wird.