Vita

1944 - 1946
Cimiotti wird nach dem Schulbesuch mit nur 17 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen. Er erlebt als Soldat die letzten Kriegsmonate und gerät in englische Kriegsgefangenschaft

1946 - 1948
Nach der Rückkehr aus der britischen Kriegsgefangenschaft Lehre als Steinmetz.

1949 - 1951
Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart bei Otto Baum. Cimiotti erhält ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Er lernt an der Stuttgarter Akademie Willi Baumeister kennen, der zu einem geistigen Anreger für Cimiotti wird.

1951/52
Wechsel an die Hochschuschule der Bildenden Künste Berlin. Cimiotti studiert bei Karl Hartung, der ihn nach zwei Monaten aus seiner Klasse verweist. Hans Uhlmann und Carl Hofer intervenieren, damit Cimiotti sein Stipendium behalten kann. Cimiotti geht nun für ein Semester nach Paris, wo er bei Ossip Zadkine an die École de la Grande Chaumière studiert. Er besucht den Louvre und das Musée d’Art Moderne, sucht Constantin Brancusi in seinem Atelier in der Impasse Ronsin auf, Le Corbusier in seinem Maleratelier in Neuilly sowie Fernand Léger.

1952 - 1954
Fortsetzung des Studiums an der Kunstakademie Stuttgart, das er 1954 beendet. Cimiottis plastische Werke sind in räumliche Strukturen übergegangen.

1956
Erste Beteiligungen an Gruppenausstellungen.

1957
Auszeichnung mit dem Kunstpreis "junger westen 57" für Bildhauerei. Es folgen erste Einzelausstellungen

1958
Cimiotti ist mit einer Werkgruppe im Italienischen Pavillon auf der 29. Biennale in Venedig vertreten. Seine Werke gelten als ein wesentlicher Beitrag zum Informel.

1959
Cimiotti wird mit dem Kunstpreis „junger westen 59“ für Handzeichnung sowie dem Preis der „Gesellschaft für junge Kunst“ in Baden-Baden ausgezeichnet. Er erhält das Villa-Massimo-Stipendium und verbringt den größten Teil des Jahres in Rom. Hier entstehen zwölf Plastiken, die erstmals landschaftliche Bezüge aufweisen. Eduard Trier beschreibt diesen Ansatz als eine neue Kategorie innerhalb der Bildhauerei. Teilnahme an der documenta II, der 2. "Biennale junger Kunst" im Musée d’Art Moderne in Paris sowie der Wanderausstellung "European Art Today" in den USA.

1960
Ausstellung der in Rom entstandenen Arbeiten im Kölner Kunstverein. Nahezu alle Stücke werden von Museen erworben. Cimiotti ist auf der 30. Biennale in Venedig im Deutschen Pavillon neben Willi Baumeister, Julius Bissier und Karl Schmidt-Rottluff vertreten.

1961
Einzelausstellungen in der Galerie van de Loo, München, sowie der Galerie Brusberg, Hannover

1963 - 1992
Cimiotti wird als Gründungsprofessor an die Kunsthochschule Braunschweig berufen, wo er bis 1992 lehrt

1964
Teilnahme an der documenta III in Kassel

1966 - 1970
Cimiotti geht zum Sandguss über, der die Kompositionen kompakter werden lässt und Auflagengüsse ermöglicht. Teilnahme an der 19. "Biennale Internazionale d’Arte Premio del Fiorino" in Florenz, der Ausstellung "Plastieken in het landschap" in Keukenhof-Lisse sowie an der Weltausstellung in Osaka, Japan. Es entstehen größere Freiplastiken für die Universitäten Göttingen und Konstanz.

1971 - 1974
Cimiotti kehrt zu seiner alten Technik des direkten Arbeitens in Wachs zurück. Die vegetativen Motiven sind teils als Verweise auf die Vergänglichkeit zu deuten

1975 - 1980
Es entstehen nun Plastiken von größerer Gegenständlichkeit, insbesondere Vanitas-Motive in Form von Stilleben. Cimiotti setzt erstmals für manche Details bei seinen Plastiken Farbe ein, auch entstehen farbige Zeichnungen (Rignana-Folge). Er erhält größere öffentliche Aufträge, z. B. für den "Blätterbrunnen" in Hannover (Ständehausstraße). In der Kunsthalle Mannheim findet eine umfassende Retrospektive statt. Die Nationalgalerie Berlin erwirbt die frühe Plastik "Der Wald" und ein Konvolut Zeichnungen.

1981 - 1988
Ein schwerer Unglücksfall in der Familie führt zum Aussetzen des plastischen Schaffens von Cimiotti. Es entstehen hingegen zahlreiche Zeichnungen. Ab Mitt 1984 beginnt er wieder mit der Plastik. Es entstehenfragmentierte, figurative Werke ( z. B. Stauffenberg-Projekt, Figur für Meister Gislebertus). Cimiotti erhält retrospektive Ausstellungen im Museum am Dom, Lübeck, und im Kunstverein Braunschweig. 1984 wird Cimiotti mit dem Niedersachsenpreis für Kultur ausgezeichnet.

1989 - 1992
Im neuen Atelier in Hedwigsburg entstehen großformatige Plastiken, die Cimiotti teils bemalt. Er beginnt mit dem Bergmotiv. Cimiotti hat Retrospektiven in der Dominikanerkirche in Osnabrück und der Kunsthalle Recklinghausen. Die Stadt Braunschweig erwirbt die Figur für Meister Gislebertus für den Dom in Braunschweig.

1993 - 1999
Landschaftliche Themen werden wieder in seinem Werk wichtig, die Farbe als Gestaltungsmittel tritt zurück. Ciiotti nimmt an der Ausstellung "Europäische Plastik" des Informel im Lehmbruck Museum in Duisburg teil. Wahl zum Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erwerben die annähernd zwei Meter hohe Plastik "Daphne" (1960/61, Bronze).

2000 - 2005
Cimiotti arbeitet täglich in seinem Atelier in Hedwigsburg. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erwerben die Plastik "Ich denke an Alice" aus dem Jahre 1975.

2006 - 2009
Cimiotti erhält 2006 den Ernst-Rietschel-Kunstpreis für Bildhauerei. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erwerben für das Albertinum das Bodenrelief "Große Düne" sowie die farbig gefassten Plastiken "Sierra Nevada" und "Vulcano".

2010 - 2014
Neue Kompositionen auf Stahlträgern entstehen. Das Dommuseum Hildesheim erwirbt die Plastik "Strukturen- vernetzt". 2014 entsteht die letzte Plastik von Cimiotti mit dem Titel "Atmen".

2013 - 2019
Cimiotti intensiviert sein zeichnerisches Schaffen. Beginn der neuen Werkgruppe der "Papierreliefs". Anlässlich seines 90. Geburtstages wird Cimiotti mit Einzelausstellungen geehrt (Sprengel Museum Hannover; Georg Kolbe Museum, Berlin; Edwin Scharff Museum, Ulm). 2018 Wahl zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München.