Ernst Wilhelm Nay

Jütland, 1954

Gouache auf Aquarellpapaier
42 × 60 cm
Signiert und datiert
Provenance:
Galerie Herbert Meyer-Ellinger, Frankfurt/Main, 1986
Galerie Sander, Darmstadt, 1986
Privatsammlung Baselitz (Ort oder name????)
Galerie Neher, Essen, 1987/88
Galerie Manfred Rech, Haan, 1988
Privatsammlung, Deutschland
Privatsammlung, Süddeutschland (bis 2019)
Privatsammlung
Literature:
Magdalene Claesges, Ernst Wilhelm Nay: Werkverzeichnis Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen, Bd. 3:1954-1968, Berlin 2018, S. 44.
Ernst Wilhelm Nay gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Malerei nach 1945, der mit seinen Bildern einen eigenständigen und wichtigen Beitrag zur abstrakten Malerei leistet. Die Gouache "Jütland" gehört zu einer Serie von Gouachen und Tuschepinselarbeiten Nays aus dem Jahr 1954, die formale Neuerungen im Werk des Künstlers zeigt und somit am Anfang einer neuen Werkperiode steht: der Werkperiode der "Scheibenbilder" (1954-1962). In dieser wird die flächig aufgefasste Kreisform, von Nay "Scheibe" genannt, zu einem Hauptmotiv seiner Kompositionen. Zwar findet sich Scheiben bereits in seinen Ölbildern der Jahre 1952 (z.B. "Omikron", 1952; WV 641) und 1953 (z.B. "Licht und Dunkel", 1953; WV 689), doch lösen sich diese nun aus der Dichte der Formengefüge seiner Kompositionen und schweben stattdessen als deren Hauptmotive frei vor dem weißen Grund des Papiers. Es entstehen auf diese Weise Kompositionen von großer Leichtigkeit und Poesie. Neben den Scheiben und kleineren kreisförmigen Elementen, die Nay verschiedentlich als "Perlen" bezeichnet, zeigt "Jütland" lineare Rechteckstrukturen, die in seinen Scheibenbildern ab 1955 dann nicht mehr Elemente der Gestaltung sind. Der Titel der Gouache ergibt sich aus ihrem Entstehungsort. Obwohl Nay den Entstehungsorten seiner Werke keine Bedeutung beimisst und diese 1955 als „wirklich nicht interessant“ bezeichnet, soll er in diesem Fall, da titelgebend, dennoch Erwähnung finden. 1954 verbringt Nay die Monate August und September im dänischen Løkken in der Region Nordjütland, wo er wie stets auf Reisen eine Reihe Papierarbeiten schafft, unter diesen die Gouache "Jütland".