Max Ackermann

Ohne Titel, 1943

Pastel on paper
34,1 × 19,6 cm
Signiert und datiert
Provenance:
Nachlass Max Ackermann
Kunstsalon Döbele, Dettelbach
Privatsammlung, München
Max Ackermanns auf die Trias der Primärfarben, die Sekundärfarbe Grün sowie Schwarz, Weiß und Grau reduziertes Pastell zeigt zwei einander zugewandte, abstrahierte Figuren vor weißem Hintergrund. Zwischen diesen sind eine große Mondsichel sowie einige schmale, senkrechte Streifen wiedergegeben.
Ab 1912 von Adolf Hölzel beeinflusst, später u.a. auch von Paul Klee und Willi Baumeister, wendet sich Ackermann schon früh der gegenstandlosen Malerei zu, arbeitet jedoch bis in die vierziger Jahre sowohl gegenständlich, als auch gegenstandslos. 1936 wird Ackermann, der bis dahin Seminare an der Volkshochschule Stuttgart abhält, mit einem Lehrverbot belegt, einige seiner Werke werden 1937 als „entartet“ diffamiert und beschlagnahmt. Ackermann geht seinen Weg in die Gegenstandslosigkeit jedoch unbeirrt weiter. Seit 1936 in innerer Emigration in Hornstaad auf der Halbinsel Höri, am nordwestlichen Ende vom Bodensee, lebend, kann Ackermann dort in diesen schwierigen Jahren frei arbeiten. Von den Schrecken des Krieges sowie der Bedrängnis durch die Nationalsozialisten ist in dem Pastell von 1943 dann auch wenig zu spüren. Die Darstellung wirkt lyrisch, von einem geheimen Zauber umgeben. Das intensive Musikerleben, 1936 hat Ackermann die Geigerin Gertud Ostermayer geheiratet, sowie die Bodenseelandschaft wirken inspirierend auf den Maler: „Eine Zartheit, still und erhaben, ganz früh oder in der Dämmerung umgab mich in der Natur, ich war eingebettet im Kosmos.“ (Max Ackermann)