Max Ackermann

OT – Komposition mit Mond, 1945

Öl, Tempera auf Papier
46,3 × 21,4 cm
Signiert und datiert
Provenance:
Nachlass Max Ackermann
Kunstsalon Döbele, Dettelbach
Privatsammlung, München
In der Komposition von 1945 sind mit Ausnahme einer Mondsichel, die sich in Ackermanns Werken wiederholt findet, keinerlei gegenständliche Formen mehr zu erkennen. Auf schmalem Hochformat sind auf hellblauem Grund senkrecht übereinander angeordnete flächige Kreisformen sowie lineare, grafische Elemente zu einer sowohl formal als auch farbig harmonischen, im Ausdruck leicht und poetisch anmutenden Komposition vereint. Die Farbigkeit der Arbeit ist auf die Primärfarben Rot, Gelb, Blau, die Sekundärfarbe Grün sowie Schwarz, Weiß und Grau reduziert, wobei im Verhältnis der Farben blaue Farbtöne, in den Abstufungen Hellblau, Türkisblau, Pariser Blau, sowie Gelb dominieren. Den Dreiklang Purpur, Gelb und Cyanblau (Türkisblau), „im richtigen Relativitätsverhältnis“ bezeichnet Ackermann als „ein Fest für das Auge“, als einen der „herrlichsten Dreiklänge“. Ackermann schließt hier an die Farbpädagogik Hölzels an, der, u.a. auf den zwölfteiligen Farbkreis Wilhelm von Bezolds basierend, diese drei Farben als einen harmonischen „Dreiklang“ definiert. Auch wenn Ackermanns Werke ab 1945 meist konsequent gegenstandslos sind, können sie dennoch auf Naturbeobachtungen basieren. Vor dem Hintergrund Ackermanns Deutung der Farbe Purpur als „Königsfarbe“, Gelb als die „heilige Farbe“ sowie Cyanblau als die „Naturfarbe“, könnte die Komposition mit Mond durchaus von einer nächtlichem Mondstimmung am Bodensee, wo er noch 1945 überwiegend lebt, beeinflusst sein.