Piero Dorazio

o. T., 1963

Watercolor
32 × 24 cm
Signed and dated
Provenance:
Privatbesitz, Schweiz
Farbe (Licht), Form und Raum sind Gegenstände der Malerei von Piero Dorazio. Aus farbigen Streifen, Strichen, Linien und
Bändern, die horizontal, vertikal oder auch diagonal verlaufen können, komponiert Dorazio Felder, Netze, Gitter, Cluster von
unterschiedlicher Dichte.

Charakteristisch für die Werke bis zu den späten 1960er Jahren ist die Gestaltung der Farbbänder
aus nur einer Farbe, später können sie aus zwei oder mehreren Farben geschaffen sein. Dabei trägt Dorazio die Farbe lasierend
auf. Es entstehen Kompositionen voller Licht und Energie wie das vorliegende, 1963 geschaffene Aquarell. Dieses baut sich
aus diagonal, parallel und lasierend übereinander aufgetragenen Pinselstrichen in Gelb, Blau und Grün auf, die ein rechteckiges
Feld mit Gitterstruktur bilden. Im farbigen Ausdruck dominiert das Grün der zuoberst aufgetragenen Diagonalen, da sich die
gelben und blauen Diagonalen an ihren Schnittstellen ebenfalls zu Grün verbinden. Die äußerst sensible Komposition Dorazios
ist von lebhaftem und lichtem Ausdruck.

Piero Dorazio, 1927 in Rom geboren, ist einer der bedeutendsten Vertreter der Konkreten Kunst in Italien. Nach ersten abstrakten
Kompositionen im Jahr 1946 bestärkt ihn während seines Paris-Aufenthaltes 1947/48 die Bekanntschaft mit Künstlern wie
u.a. Alberto Magnelli, Hans Arp, George Braques, Le Corbusier in seiner Hinwendung zur Abstraktion. 1959 wird der Italiener
zur Teilnahme an der documenta II in Kassel eingeladen. Aufgrund seines künstlerischen Interesses an Farbe, Licht und Bewegung
steht Dorazio den Düsseldorfer Zero-Künstlern nahe, mit denen er ab 1964 ausstellt.