Rudolf Jahns

Komposition, Konstr. (No. 178), 1925/1971

Tempera and collage on paper
39,5 × 29,5 cm
Signed and dated on the reverse
Provenance:
Nachlass Rudolf Jahns
Literature:
Rudolf Jahns, Gemälde und Zeichnungen 1919-1928, Ausst.-Kat. Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster 1976, Kat.-Nr. 36.
Ulrich Krempel, Barbara Roselieb-Jahns (Hrsg.), Rudolf Jahns. Werkverzeichnis 1917-1981, Ostfildern-Ruit 2003, S. 285, Nr. 634.
Rudolf Jahns, Collagen, hrsg. v. Ingrid Mössinger, Ausst.-Kat. Kunstsammlung Chemnitz, Bielefeld 2015, S. 31 (Abb.).
"Komposition, Konstr. (No. 178)" gehört zu einer 1971 entstandenen Serie von Werken, in denen Rudolf Jahns die Ausdrucksmöglichkeiten der Farben sowie abstrakter, geometrischer Formen thematisiert. Die Datierung 1925/1971 verweist auf den Ursprung dieser Idee, die Jahns bereits in seinen konstruktiven Werken der Jahre um 1925 durchspielt.

In der 1971 geschaffenen Serie stellt Jahns jeweils zwei farbig und formal unterschiedlich gestaltete Bildseiten sich gegenüber. Getrennt werden beide Bildseiten durch einen breiten, rechteckigen Streifen, den Jahns in „neutralem“ Grau gestaltet. In "Komposition, Konstr. (No. 178)"
wird der Ausdruck der linken Bildseite durch gerade, rechteckige Formen und kühle Farbtöne wie Blau, Blaugrau und Schwarz bestimmt. Beide verbinden sich für Jahns mit dem „Geistigen“ und dem „geistigen Mensch (en)“. Die rechte Bildseite dagegen wird von warmen Farbtönen dominiert. Diese verkörpern für Jahns, wie auch die Kreisform, das „Triebhafte“, den „triebhafte(n), mit ‚Herz‘ und ‚Leib‘ Empfindende(n)“. Grün, das auf der rechten Bildseite in verschiedenen Helligkeitsgraden verwendet wird, gehört für Jahns wie Rot, Orange und Gelb auf die Seite der warmen Töne. Als „erdige“ Farbe versinnbildlicht Grün nach Rudolf Jahns das „Vegetative“, die „Bekenntnis zum Diesseits“.