Cirque (Titelbild/Frontispiz), 1967
Farblithografie auf Arches Papier
42 × 32 cm
Ex.-Nr. 9/24
Signiert und nummeriert
Provenienz:
Galerie Koch, Hannover
Privatsammlung, Hannover
Privatsammlung, Hannover
Literatur:
Fernand Mourlot, Chagall: Lithograph, Bd. III: 1962-1968, MonteCarlo 1963, S. 126, WV 490.
Patrick Cramer, Marc Chagall: Catalogue raisonné des livres illustres, Genf 1995, Nr. 68.
Patrick Cramer, Marc Chagall: Catalogue raisonné des livres illustres, Genf 1995, Nr. 68.
1887
am 7. Juli als ältestes von neun Kindern einer jüdischen Familie in Witebsk (Weißrussland) geboren
1906
beendet er die Gemeindeschule und wird Schüler des Malers Jehuda Pen.
1907
Chagall geht nach Sankt Petersburg, wo er die Schule der "Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste" besucht.
1908 - 1910
Chagall wechselt an die von Leon Bakst geleitete Swansewa Schule. Er hält sich 1909 wiederholt in Witebsk auf. Dort lernt er Bella Rosenfeld, seine spätere Frau, kennen. Auf einer Reise nach Paris (1910) sieht er Werke von van Gogh sowie der Fauves, die ihn mit ihrer intensiven Farbigkeit faszinieren.
1910 - 1914
Erster Aufenthalt in Paris. Chagall stellt im "Salon des Independants" (1911; 1912) sowie im Salon d’Automne aus. Er bezieht ein Atelier in "La Ruche", wo auch Léger, Modigliani und Soutine wohnen, und freundet sich mit Léger, Cendrars, Apollinaire und Delaunay an. Durch Apollinaire lernt er den Berliner Kunsthändler Herwarth Walden kennen und nimmt am ersten Herbstsalon in Berlin teil.
1912
Teilnahme am Salon des Indépendants sowie am Pariser Herbstsalon.
1914
Erste Einzelausstellung in der Galerie "Der Sturm" von Herwarth Walden in Berlin (34 Ölbilder, 150 Arbeiten auf Papier). Von Berlin aus Reise nach Witebsk. Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges kann Chagall nicht nach Paris zurückkehren.
1915
Chagall heiratet am 25. Juli Bella Rosenfeld in Witebsk und zieht im Herbst nach Petrograd.
1916
Geburt der Tochter Ida; Ausstellungen in Moskau und Petrograd.
1917/18
Rückkehr nach Witebsk. Chagall wird zum Kunstkommissar der Region Witebsk ernannt.
1919
Eröffnung der von Chagall geplanten Kunstakademie in Witebsk. Er beruft u.a. El Lissitzky und Yehuda Pen an die Schule. El Lissitzky holt Kasimir Malewitsch dazu.
1920
Chagall tritt aufgrund inhaltlicher Differenzen mit Kasimir malewitsch als Direktor der Kunstakademie in Witebsk zurück.und siedelt nach Moskau über. Hier Entwurf von Wandbildern und Dekorationen für das "Jüdische Theater".
1921
arbeitet er als Zeichenlehrer in der Kriegswaisenkolonie Malachowka bei Moskau.
1922/23
Über Berlin, wo er gegen Walden wegen der bei diesem hinterlassenen, inzwischen verkauften Werken klagt, Rückkehr nach Paris.
1923
Begegnung und Zusammenarbeit mit dem Kunsthändler Ambroise Vollard.
1937
Chagall wird französischer Staatsbürger. 59 seiner Werke werden aus den deutschen Museen beschlagnahmt, drei von diesen in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt.
1938
mahnt mit Bildern des gekreuzigten Christi ("Die weiße Kreuzigung") an die Leiden seines Volkes.
1939/40
Bei Kriegsausbruch siedelt Chagall mit seinen Bildern an die Loire, später nach Gordes in die unbesetzte Provence über.
1941
Chagall und seine Familie erhält in Marseille durch das Museum of Modern Art ein Visum für die USA, um vor den Deutschen Nationalsozialisten gerettet zu werden. Emigration in die USA. Trifft Fernand Léger und Andre Breton wieder. Pierre Matisse wird sein New Yorker Galerist.
1944
Bella stirbt am 2. 5eptember an einer Virusinfektion. Chagall ist monatelang unfähig zu arbeiten.
1946
Retrospektive im Museum of Modern Art, anschließend in Chicago. Erste Parisreise nach dem Krieg.
1947/48
Ausstellung im Musée National d' Art Moderne, Paris (1947), danach in Amsterdam und London. Im August 1948 endgültige Rückkehr nach Paris; Chagall wohnt in Orgeval bei Saint Germain en Laye.
1949/50
Chagall zieht nach Saint Jean Cap-Ferrat an der Còte d' Azur. Wandmalereien für das Watergate Theatre in London. 1950 lässt er sich in Vence nieder.
1952
Chagall heiratet Valentina (Vava) Brodsky. Der griechisch-französische Verleger Tériade erteilt ihm den Auftrag für Farblithographien zu "Daphnis und Chloe". Erste Griechenlandreise mit Vava. Es entstehen erste Skulpturen.
1954
zweite Griechenlandreise. Arbeit an "Daphnis und Chloe".
1958
Ausstattung Ravels Balletts "Daphnis und Chloe" für die Pariser Oper. Glasfensterentwürfe für die Kathedrale in Metz.
1960
Fenster für die Synagoge der Hadassah Universitätsklinik in Jerusalem.
1962
Reise nach Jerusalem zur Einweihung seiner Glasfenster. Beendet Fenster für Kathedrale in Metz. Chagall wird Ehrenbürger von Vence.
1964 - 1966
Reise nach New York; Glasfenster im Haus der Vereinten Nationen. Beendet Deckengemälde in Pariser Oper. Wanddekorationen in Tokio und Tel Aviv. Beginnt mit Gemälden für die neue Metropolitan Opera und das Lincoln Center in New York sowie mit Ausstattung der "Zauberflöte".
Mosaikwand und zwölf Wandfelder für das neue Parlament in Jerusalem. Reist nach New York zur Einweihung der Gemälde im Lincoln Center, Umzug von Vence in das neu erbaute Haus im benachbarten Saint Paul-de Vence.
1969 - 1974
Grundsteinlegung der Stiftung "Message Biblique" in Nizza; Einweihung der Glasfenster im Mainz (1970). Chagall beginnt mit dem Mosaik für die First National Bank in Chicago (1974 Einweihung); Eröffnung des "Musée National Message Biblique Marc Chagall" in Nizza (1973). Einweihung der Fenster in der Kathedrale von Reims (1974).
1979
Einweihung dreier Glasfenster im Art Institute of Chicago.
1982
Einweihung der Galsfenster für die Stefanskirche in Mainz.
1948
"Grafikpreis der Biennale von Venedig", Italien
1977
"Ehrenbürgerschaft von Jerusalem", Israel
1977
"Großes Kreuz der Ehrenlegion", Paris, Frankreich
1914
Der Sturm, Berlin
1924
Galerie Barbazanges-Hodeberg, Berlin, Frankreich
1926
Reinhardt Galleries, New York, USA
1933
"Marc Chagall: Retrospektive", Kunsthalle Basel, Basel, Schweiz
1935
"Exhibition of paintings and gouaches by Marc Chagall", Leicester Galleries, London, Großbritannien
1946
Museum of Modern Art, New York, USA
1947
"Exposition Marc Chagall. Peintures 1908-1947", Musée National d'Art Moderne, Paris; Stedelijk Museum, Amsterdam; Tate Britain, London,
1950
"Marc Chagall", Kunsthaus Zürich, Zürich, Schweiz
1955
"Marc Chagall", Kestner-Gesellschaft, Hannover
"Marc Chagall: Graphik", Kestner-Museum, Hannover
1956
"Marc Chagall: 1950-1956", Kunsthalle Bern, Bern, Schweiz
"Marc Chagall : werk van latere jaren", Stedelijk Museum, Amsterdam; Palais des Beaux-Arts, Brüssel,
"Marc Chagall: Werke aus den letzten 25 Jahren", Kunsthalle Basel, Basel, Schweiz
1959
"Marc Chagall", Kunstverein in Hamburg; Haus der Kuns,t München; Musée des Arts Décoratifs, Paris,
1967
"Marc Chagall: Werke aus sechs Jahrzehnten", Wallraff-Richartz-Museun, Köln
"Chagall", Kunsthaus Zürich, Zürich, Schweiz
"Donation Marc et Valentina Chagall", Musée du Louvre, Galerie Mollien, Paris, Frankreich
1973
Tretjakow Galerie, Moskau, Russland
1984
Musée National d'Art Moderne, Paris, Frankreich
1985
"Chagall", Royal Academy of Arts, London; Museum of Modern Art, Philadelphia,
1994
"Marc Chagall: les années méditerranéennes 1949 - 1985", Musée National Message Biblique Marc Chagall, Nizza; Fondation Emile Hugues, Vence, Nizza, Vence, Frankreich
1995
"Marc Chagall 1907-1917", Kunstmuseum Bern, Bern, Schweiz
"Marc Chagall: les années russes, 1907 - 1922", Musée d'art moderne de la Ville de Paris, Paris, Frankreich
1997
"Marc Chagall: mein Leben - mein Traum; Berlin und Paris 1922 - 1940", Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
"À la Russie, aux ânes et aux autres: un chef-d'œuvre de Marc Chagall", Musée national message biblique Marc Chagall, Nizza, Frankreich
1998
"Marc Chagall: Die Lithographien - La Collection Sorlier", Staatsgalerie Stuttgart; Deichtorhallen, Hamburg, Stuttgart, Hamburg
"Chagall, Kandinsky, Malewitsch und die russische Avantgarde", Kunsthaus Zürich; Hamburger Kunsthalle, Zürich; Hamburg
2001
"Chagall surréaliste?", Musée National Message Biblique Marc Chagall, Nizza, Frankreich
2003
"Chagall: connu et inconnu", Galeries Nationales du Grand Palais, Paris; San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco, Paris; San Francisco,
"Marc Chagall", San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco, USA
2004
"Chagall: die Mythen der Bibel", Albertina, Wien, Österreich
"Marc Chagall und Deutschland: verehrt, verfehmt", Jüdischen Museum Frankfurt am Main; Max-Liebermann-Haus der Stiftung Brandenburger Tor, Berlin
2005
"Sprengels Chagall", Sprengel Museum Hannover, Hannover
2006
"Chagall in Neuem Licht", Museum Frieder Burda, Baden-Baden
2007
"Marc Chagall : monstres, chimères et figures hybrides", Musée National Marc Chagall, Nizza, Frankreich
2008
"Chagall and the artists of the Russian Jewish theater", Jewish Museum, New York; Contemporary Jewish Museum, San Francisco, New York, San Francisco, USA
2009
"Chagall surréaliste - Chagall littéraire", Saarlandmuseum, Saarbrücken
2011
"Chagall et l'Avant-Garde Russe", Musée de Grenoble; Art Gallery of Ontario; Centre Pompidou - Musée National d'Art Moderne, Grenoble, Toronto, Paris,
2012
"Marc Chagall: l'épaisseur des rêves :", La Piscine - Musée d'Art et d'Industrie André Diligent, Roubaix; Dallas Museum of Fine Arts, Dallas,
"Chagall", Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, Spanien
2013
"Chagall: entre guerre et paix", Musée du Luxembourg, Paris, Frankreich
"Chagall: Meister der Moderne", Kunsthaus Zürich; Tate Liverpool, Zürich, Liverpool,
2014
"Marc Chagall: retrospective 1908-1985", Musées Royaux des Beaux-Arts, Brüssel; Palazzo Reale, Mailand, Brüssel, Mailand,
"Marc Chagall: des couleurs pour la Bible", Musée National Marc Chagall, Nizza, Frankreich
2016
"Chagall bis Malewitsch: die russischen Avantgarden", Albertina, Wien, Österreich
2017
"Chagall: die Jahre des Durchbruchs 1911-1919", Kunstmuseum Basel; Guggenheim-Museum Bilbao,
2018
"Marc Chagall: der wache Träumer", Kunstmuseum Pablo Picasso, Münster
2020
"De couleur et d'encre: Marc Chagall et les revues d'art", Musée national Marc Chagall, Nizza, Frankreich
"Marc Chagall - anche la mia Russia mi amerà", Palazzo Roverella, Rovigo, Italien
2022
"Chagall - Welt in Aufruhr", Schirn Kunsthalle Frankfurt; Henie Onstad Kunstsenter, Høvikodden,
2023
"Chagall politique: le cri de liberté", La Piscine - Musée d'Art et d'Industrie André Diligent, Roubaix; Fundación MAPFRE, Madrid u.a.,
2024
"Marc Chagall", Albertina, Wien; Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Wien, Düsseldorf,
2025
"Marc Chagall: Bildsprachen", Kunstmuseum Pablo Picasso, Münster
Marc Chagall gehört zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts und ist auch auf
dem Gebiet der Druckgrafik einer der großen Meister. Mit der Farblithografie beginnt Chagall sich intensiv ab 1950 im Atelier von Fernand Mourlot (1895-1988) zu beschäftigen. Bald schon wird sie zu seiner bevorzugten druckgrafischen Technik und zu einem seiner wesentlichen Ausdrucksmittel. Chagalls Folge Cirque, zu der 23 Farblithografien gehören, wird 1967 bei Tériade (Paris) als Buchedition publiziert, sowie von den 23 Farblithografien zudem eine Edition von nur 24 signierten und nummerierten Exemplaren mit breiten Rändern gedruckt.
Wie viele Künstler der frühen Avantgarde des 20. Jahrhunderts ist Chagall vom Zirkus fasziniert, besucht diesen regelmäßig und macht die Zirkuswelt zum Motiv seiner Kunst. Die Faszination an der virtuellen Welt der Schausteller entspricht seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer die Natur reproduzierenden, sie imitierenden Darstellung. Kunst soll eine neue bildnerische Welt schöpfen. Für Chagall ist der Zirkus ein „magisches Schauspiel“ voll phantastischer Elemente, die auch seiner Kunst eigen sind. Diese ist zwar „realistisch“ im Sinne von gegenständlich, doch nicht naturalistisch, sondern surreal. Chagalls Farblithografien mit Motiven der Zirkuswelt sind dann auch keine exakten Schilderungen des Zirkusgeschehens, sondern freie bildnerische Findungen über das Thema Zirkus, die sich mit dem symbolischen Motiv-Repertoire seiner Werke wie etwa dem Hahn, der Ziege, dem Blumenstrauß, Mischwesen, der Mondsichel, der Leiter und dem Bräutigam verbinden.
dem Gebiet der Druckgrafik einer der großen Meister. Mit der Farblithografie beginnt Chagall sich intensiv ab 1950 im Atelier von Fernand Mourlot (1895-1988) zu beschäftigen. Bald schon wird sie zu seiner bevorzugten druckgrafischen Technik und zu einem seiner wesentlichen Ausdrucksmittel. Chagalls Folge Cirque, zu der 23 Farblithografien gehören, wird 1967 bei Tériade (Paris) als Buchedition publiziert, sowie von den 23 Farblithografien zudem eine Edition von nur 24 signierten und nummerierten Exemplaren mit breiten Rändern gedruckt.
Wie viele Künstler der frühen Avantgarde des 20. Jahrhunderts ist Chagall vom Zirkus fasziniert, besucht diesen regelmäßig und macht die Zirkuswelt zum Motiv seiner Kunst. Die Faszination an der virtuellen Welt der Schausteller entspricht seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer die Natur reproduzierenden, sie imitierenden Darstellung. Kunst soll eine neue bildnerische Welt schöpfen. Für Chagall ist der Zirkus ein „magisches Schauspiel“ voll phantastischer Elemente, die auch seiner Kunst eigen sind. Diese ist zwar „realistisch“ im Sinne von gegenständlich, doch nicht naturalistisch, sondern surreal. Chagalls Farblithografien mit Motiven der Zirkuswelt sind dann auch keine exakten Schilderungen des Zirkusgeschehens, sondern freie bildnerische Findungen über das Thema Zirkus, die sich mit dem symbolischen Motiv-Repertoire seiner Werke wie etwa dem Hahn, der Ziege, dem Blumenstrauß, Mischwesen, der Mondsichel, der Leiter und dem Bräutigam verbinden.
