Fritz Klimsch

Beschaulichkeit, vor 1924

Bronze
N/A
Eines von ca. 20 Exemplaren, Guss nach 1960
monogrammed
Gießerstempel: H. Noack, Berlin
Provenance:
Studio of the artist
Private Collection, Lower Saxony
Literature:
Hermann Braun, Fritz Klimsch, Werke, Hannover 1980, S. 51, Nr. 17.
Hermann Braun, Fritz Klimsch, Eine Dokumentation, Köln 1991, S. 359, Nr. 121, Abb. S. 172.
Der mit Beschaulichkeit betitelte sitzende weibliche Akt ist mit seiner verhaltenen Bewegung, Konzentration und Innerlichkeit
eine charakteristische Plastik des lange Zeit in Berlin tätigen Bildhauers Fritz Klimsch aus den 1920er Jahren. 1924 erwarb
ein Neffe Klimschs ein Exemplar der Figur, woraus eine Entstehung des undatierten Modells vor oder spätestens im Jahr 1924 gefolgert werden kann (Braun, 1991). Im Aufbau vom Dreieck bestimmt, zeigt sich der Akt von geschlossenem Umriss. Der gesenkte Kopf und Blick geben der weiblichen Gestalt einen nach innen gerichteten, melancholischversunkenen Ausdruck. Form und seelischer Gehalt der Figur verbinden sich dergestalt zu harmonischer Einheit. Die weiblichen Akte von Klimsch, der nur selten direkt vor dem Modell arbeitet, zeichnen sich durch eine zwar lebensnahe, lebendige und zeitgenössische (z.B. Haartracht), in erster Linie aber doch idealisierte Formgebung aus. Klimsch sucht in seinen Werken das „Gefühl für das Architektonische und Statische“ Adolf von Hildebrands, die „Lebendigkeit in der Form und im Ausdruck“ Auguste Rodins sowie das Ideal der klassischen Antike zu verbinden (Fritz Klimsch, 1937).