Ernst Wilhelm Nay

1902 - 1968

Ausgewählte Werke

David und Bathseba
1949
Ohne Titel
1951

Vita

11.06.1902
geboren in Berlin
1923
Teilnahme am Abendakt in der Berliner Kunstgewerbeschule
1925 - 1928
Studium an der Hochschule für Bildenden Künste, Berlin, bei Carl Hofer. Im Anschluss Studienreise nach Paris
1931
Auszeichnung mit dem Staatspreises (Rompreis) der Preußische Akademie der Künste, Berlin, verbunden mit einem neunmonatigen Studienaufenthalt in der Deutschen Akademie (Villa Massimo) in Rom
1932
Eheschließung mit Helene (Elly) Kirchner. Auf der Rückreise aus Rom in München Bekanntschaft mit dem Galeristen Günther Franke, der sich von da an für Nays Kunst einsetzt
1934
Bekanntschaft mit Erich Meyer, Alfred Hentzen, Werner Haftmann sowie Ernst Gosebruch, der von den Nationalsozialisten 1933 als Direktor des Essener Folkwang–Museums entlassen worden ist. Beginn der Werkperiode der "Dünen– und Fischerbilder" (1934–1936)
1937
Nays Werk wird von den Nationalsozialisten in Deutschland als "entartet" diffmiert. 10 seiner Werke im Museumsbesitz werden beschlagnahmt, zwei dieser Werke in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Carl Georg Heise, entlassener Direktor des Museums in Lübeck, vermittelt Nay finanzielle Unterstützung durch Edvard Munch, die dem ihm eine Reise nach Norwegen ermöglicht. Nay verbringt drei Monate auf den Lofoten, wo er großformatige Aquarelle malt. Im Berliner Atelier entstehen später die sogenannten "Lofoten–Bilder". Beginn der Werkperiode der "Lofotenbilder und Bilder von 1939" (1937-1939)
1938
Im Winter 1937/38 Ausstellung in der Galerie Holst Halvorsen in Oslo. Er präsentiert dort seine auf den Lofoten entstandenen Aquarelle. Zweite Reise auf die Lofoten, er malt dort erneut Aquarelle. Nach seiner Rückkehr nach Berlin entstehen eine Serie von vier Holzschnitten sowie Landschafts– und Figurenbilder
1939
Aufentahlt bei der Sammlerin Hanna Bekker vom Rath in Hofheim am Taunus. In Wiesbaden Bekanntschaft mit Alexej von Jawlensky. Reise nach Bulgarien, ans Schwarze Meer, die Nay wegen des Ausbruchs des Krieges abbrechen muss.
1940
Nay wird zum Kriegsdienst einberufen und kommt als Infanterist zunächst nach Südfrankreich, dann in die Bretagne (Auray). In seiner Freizeit malt er kleine Aquarelle und zeichnet. Um seine Bilder in Berlin vor Kriegszerstörungen zu sichern, verschickt er während eines Heimaturlaubs in Berlin den größten Teil seiner Bilder zu einem Onkel nach Muskau in der Oberlausitz..
1942
Nay wird durch Vermittlung von Hans Lühdorf Kartenzeichner bei einem Stab in Le Mans. Er lernt den Amateurbildhauer Pierre de Térouanne kennen, der ihm sein Atelier zur Verfügung stellt und ihm Malmaterial besorgt. Es entstehen Aquarelle, Zeichnungen, kleinere Ölbilder sowie erstmalig Gouachen.
1943
Zerstörung Nays Atelier in Berlin. Ernst Jünger besucht ihn in Le Mans. Nay sucht auf einer Dienstreise nach Paris Kandinsky auf.
1945
Nach Kriegsende geht Nay, da sein Atelier in Berlin zerstört ist, nach Hofheim im Taunus und bezieht ein Atelierhaus, das er durch Vermittlung von Hanna Bekker vom Rath erhält. Es entstehen die "Hekate-Bilder".
1946
Erste Nachkriegsausstellung in den Galerien Günther Franke, München, und Gerd Rosen, Berlin.
1949
Beginn der "Fugalen Bilder".
1950
Erste Retrospektive in der Kestner-Gesellschaft, Hannover.
1951
Übersiedlung nach Köln.
1952
Beginn der "Rhythmischen Bilder". Retrospektive im Haus am Waldsee, Berlin.
1954
Beginn der "Scheibenbilder".
1955
Teilnahme an der documenta I in Kassel.
1956
Einzelausstellung im Deutschen Pavillion auf der Biennale in Venedig. Ernennung zum Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Auszeichnung mit dem Großen Preis des Landes Nordrhein-Westfalen. Beteiligung an der Ausstellung "Hundred Years of German Painting" in der Tate Gallery, London.
1957
Nay mietet ein Atelier in Paris. Vertreten in der Ausstellung "German Art of the 20th Century" im Museum of Modern Art in New York (weitere Station: 1958, St. Louis, City Art Museum).
1959
Einzelausstellung in den Kleemann Galleries, New York. Beteiligung an der documenta II in Kassel. Retrospektive im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
1960
Auszeichnung mit dem Guggenheim-Preis, New York, dt. Sektion. Retrospektive in der Kunsthalle Basel. Erste Einzelausstellung in London, New London Gallery.
1962
Retrospektive zum 60. Geburtstag im Museum Folkwang, Essen.
1963
Beginn der "Augenbilder".
1964
Für die documenta III in Kassel entstehen die drei "Documenta Bilder" (4 x 4 m). Einzelausstellungen in New York, Paris, im Kunstverein Münster sowie Retrospektive in den Kunstvereinen Hamburg und Karlsruhe.
1965
Beginn der Werkepoche der "Späten Bilder". Einzelausstellung im Frankfurter Kunstverein.
1966/67
Retrospektive im Württembergischen Kunstverein, Stuttgart, der Akademie der Künste, Berlin, in der Städtischen Kunsthalle Mannheim und im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien.
1968
Wiedersehen mit den Freunden Uhlmann, Haftmann, Grohmann u.a. in Berlin. Letzte abgeschlossene Arbeit: Entwürfe für die Wandkeramik (3,30 x 9,36 m) des Kernforschungszentrums in Karlsruhe. Am 8. April stirbt Nay an Herzversagen in seinem Haus in Köln.

Einzelausstellungen (Auswahl)

1937
"Ernst Wilhelm Nay - Bilder / Hermann Scheuernstuhl - Skulpturen und Zeichnungen", Ausstellungsraum Karl Buchholz, Berlin
1937
Galerie Holst Halvorsen, Oslo, Norwegen
1943
"E.W. Nay - Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen", Galerie Günther Franke, München
1946
"E.W. Nay", Galerie Gerd Rosen, Berlin
1946
"E.W. Nay", Galerie Günther Franke (auch 1948, 1949, 1951, 1952, 1954, 1955, 1957-1968 jährlich, 1970, 1973), München
1947
"Ernst Wilhelm Nay", Kunstverein in Hamburg, Hamburg
1949
"Ernst Wilhelm Nay - Fritz Winter: Abstrakte Malerei", Städtische Kunsthalle, Mannheim
1949
"Nay", Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt a.M.
1950
"E.W. Nay (Retrospektive)", Kestner-Gesellschaft, Hannover
1951
"Ernst Wilhelm Nay - Hans Uhlmann", Oldenburger Kunstverein, Oldenburg
1952
"E. W. Nay. Ölgemälde, Aquarelle und Graphiken", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf; Overbeck-Gesellschaft, Lübeck u.a.
1954
"Ernst Wilhelm Nay. Bilder, Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen von 1927 bis 1954", Galerie Der Spiegel (auch 1957, 1959, 1961, 1962, 1966, 1967), Köln
1955
"Ernst Wilhelm Nay: Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen 1951-1955", Kestner-Gesellschaft, Hannover
1955
"Ernst Wilhelm Nay: Gemälde und Aquarelle", Leopold-Hoesch-Museum, Düren
1955
"Ernst Wilhelm Nay", Kleemann Galleries (auch 1958, 1959), New York, USA
1960
"Ernst Wilhelm Nay", Galerie Günther Franke, München
1960
"Nay", New London Gallery, London, England
1961
"Ernst Wilhelm Nay", Galerie Der Spiegel, Köln
1962
"E.W.Nay. 60 Jahre (Retrospektive)", Folkwang Museum, Essen
1962
"Ernst Wilhelm Nay", M. Knoedler & Co (auch 1964, 1969), New York, USA
1966
"E.W. Nay (Retrospektive)", Württembergischer Kunstverein, Stuttgart; Akad. der Künste, Berlin; Städtische Kunsthalle, Mannheim
1967
"E.W. Nay (Retrospektive)", Museum des 20. Jahrhunderts, Wien, Österreich
1969
"E.W. Nay (Retrospektive)", Wallfraf-Richartz-Museum, Köln; Neue Nationalgalerie, Berlin; Städelsches Kunstinstitut, F.a.M.
1969
"Nay. Aquarelle", Kunsthalle Bielefeld; Saarland Museum, Saarbrücken
1977
"Ernst Wilhelm Nay 1902- 68, Ölbilder", Pfalzgalerie Kaiserslautern; Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen (weitere Station)
1977
"Ernst Wilhelm Nay: Aquarelle und Gouachen", Staatliche Graphische Sammlung München; Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe
1980
"E. W. Nay 1902-1968 – Bilder und Dokumente", Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg; Haus der Kunst, München; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
1985
"Bilder kommen aus Bildern. E. W. Nay 1902-68. Gemälde und unveröffentlichte Schriften aus vier Jahrzehnten", Museum Haus Lange, Krefeld; Westfälischer Kunstverein, Münster; Kunstverein in Hamburg
1990
"Ernst Wilhelm Nay: Retrospektive", Museum Ludwig Köln; Kunsthalle, Basel; Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh,
1990
"Ernst Wilhelm Nay: Lofotenbilder", Overbeck-Gesellschaft, Lübeck
1994
"Ernst Wilhelm Nay. Die Hofheimer Jahre 1945-1951", Städtische Galerie im Städel, Frankfurt a.M.; Museum der bildenden Künste, Leipzig
1998
"Ernst Wilhelm Nay", Stedelijk Museum Amsterdam; Gemäldegalerie Neue Meister, Dresden; Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg,
2000
"E. W. Nay. Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen (Retrospektive)", Kunsthalle in Emden. Stiftung Henri und Eske Nannen; Saarlandmuseum, Saarbrücken
2002
"Nay – Variationen (Retrospektive zum 100. Geburtstag)", Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München; Kunstmuseum Bonn
2004
"E. W. Nay. Aquarelle und Gouachen", Staatl. Graphische Slg. München; Museum Folkwang; Musée d‘ Art Moderne et Contemporain;, München; Essen; Straßburg,
2009
"E. W. Nay. Bilder der 1960er Jahre", Schirn Kunsthalle, Frankfurt a.M.; Haus am Waldsee, Berlin
2011
"E. W. Nay im Peill-Forum", Leopold-Hoesch-Museum, Düren
2012
"Ernst Wilhelm Nay: Das polyphone Bild", Kunstmuseum Bonn (weitere Stationen), Bonn
2018
"Ernst Wilhelm Nay", Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart
2019
"Ernst Wilhelm Nay: Arbeiten auf Papier", Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, Oldenburg
2022
"E.W. Nay: Retrospektive", Hamburger Kunsthalle; Museum Wiesbaden