Horst Antes

3 Häuser, 1998/2000

Acryl auf Malkarton
29,7 × 40 cm
Verso datiert und betitelt
Provenienz:
Atelier des Künstlers
Privatsammlung, Niedersachsen
Literatur:
Horst Antes: Werkverzeichnis der Gemälde. Bd. 10: 1997-2003, Künzelsau 2015, Nr. 2000-4.
Ab 1986/87 wird das Haus zu einem zentralen Motiv im künstlerischen Werk von Horst Antes. Auf seine architektonische Grundform reduziert hat es als Sujet für den Künstler bis heute nicht an Interesse eingebüßt. Seine archaische existenzielle Bedeutung im menschlichen Dasein sowie seine Metaphorik sind dabei von zentraler Bedeutung.
Horst Antes Häuser zeigen weder Fenster noch Türen, verschließen sich nach außen, offenbaren sich nicht. Andeutungen einer Verortung fehlen. Dies alles trägt zu ihrer geheimnisvollen Hermetik, zu ihrer oftmals sakralen Aura bei. Andreas Franzke hat im Kontext mit dem Motiv Haus bei Antes von „Hausfiguren“ gesprochen. Sie können als Sinnbilder eines bestimmten Verhaltens des Menschen gegenüber der Welt, einer Lebensauffassung interpretiert werden: als Ausdruck des räumlichen Rückzuges des Individuums, der Abkehr und des Abschlusses gegen die Unruhe der Welt und der Konzentration auf das Spirituelle, wie sie Francesco Petrarca in "De vita solitaria" beschrieben hat.
Die Farbigkeit von 3 Häuser lässt das Werk weniger hieratisch, weniger streng wirken als seine schwarzen Häuser mit blauem Dach. Mit den erdig-warmen Rottönen nimmt Antes Farben auf, die bei der Farbfassung der Katsina-Figuren der Pueblo-Völker Nordamerikas neben Weiß, Schwarz und Blau von zentraler Bedeutung sind. Antes hat nicht nur eine beeindruckende Sammlung von Katsina-Figuren aufgebaut, sondern sich auch mit der Kultur der Hopi, Zuni und Navajo intensiv auseinandergesetzt. Seine Bildwelt ist in Neudeutung durch ihn selbst geistig und motivisch durchdrungen von ihrer Kultur. Anette Brunner