Horst Antes

* 1936 Heppenheim

Ausgewählte Werke

1.10.97 ... 21.2.04
2004
Gefleckter Kopf
1968
Gelb, weißes Haus, Zaun
30.5.2013
Haus
2005
Haus rot, grün, schwarz in dunkler Fläche
1997
Rotes Haus (auf Weiß)
2009

Vita

1957 - 1959
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei HAP Grieshaber.
1959
Einsetzen der Arbeit als freier Künstler in Karlsruhe sowie des tieferen Interesses an Ethnografie.
1960
Beginn des druckgrafischen Schaffens.
1961
Erwerb der ersten Katsinam-Figur in Paris sowie Erwerb erster Federarbeiten der Indianer Südamerikas. Heirat mit Dorothea Großmann.
1963
Entwickung der ins Profil gewendeten Kunstfigur. Erste Plastiken in Gips.
1964/65
Erste Keramiken (in der Werkstatt von Horst Kerstan, Kandern); Lehrauftrag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe.
1965
Gastprofessur für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
1965 - 1973
Professur für Malerei bzw. Malerei/Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
1967
"Garten der Lüste", sieben bemalte, großformatige Plastiken für den Botanischen Garten in Karlsruhe.
1967/68
Gastprofessur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Berlin.
1972
Ab 1972 Wohn- und Arbeitsstätte in Sicellino (Castellina in Chianti, Siena); Wein- und Olivenanbau. Einsetzen von Reisen zu Reservaten im Südwesten der USA. Beschäftigung mit der Kultur der Hopi, Zuni und Navaho. Systematische Erweiterung der Studiensammlung von Katsinam-Figuren. Weitere Sammeltätigkeit auf verschiedenen Gebieten, u.a. Votive.
1973/74
Realisierung eines Wandbildes am Theater Freiburg.
1975/76
Ausführung von "8 Köpfen für die Universität Karlsruhe" (Fachbereich Anorganische Chemie)
1978 - 1980
Werkgruppe der aus Stahlplatten ausgebrannten "Poggibonsi".
1982
Erste Schablonen-Figuren als Reaktion auf den Falklandkrieg. Erste Votive aus dünnem Feingoldblech.
1984 - 2000
Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe.
1985
Lebt und arbeitet ab 1985 in Berlin (neben Sicellino und Karlsruhe).
1986/87
Beginn der Werkgruppen der Fenster- und Haus-Bilder. Drei überlebensgroße Skulturen für den Bertha-von-Suttner-Platz in Düsseldorf.
1989
Beginn der Werkgruppe von Datums- oder Zeitraum-Bildern.
1995
Gründung der Studienstiftung Horst Antes.
1996
Einsetzten der Papierarbeiten "Häuser am Wasser"
Horst Antes lebt und arbeitet in Karlsruhe und Sicellino Castellina (Siena). Seit 1961 ist sein Werk in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen (u.a. documenta III, IV und VI) gezeigt worden. 2013 wurde sein künstlerisches Schaffen mit einer umfangreichen Retrospektive im Martin-Gropius-Bau in Berlin geehrt.

Auszeichnungen

1959
"Preis der hannoverschen Wirtschaft, anlässlich der Ausstellung "Die neue Generation"", Kunstverein Hannover, Hannover "Pankofer-Preis", Deutscher Kunstpreis der Jugend, Baden-Baden
1960
"Stipendium des Kulturkreises des BDI", Köln
1961
"Kunstpreis Junger Westen", Stadt Recklinghausen, Recklinghausen "Prix des artistes (gestiftet von André Malraux)", II. Biennale des jeunes artistes, Paris, Frankreich
1962
"Villa Romana-Preis", Villa-Romana-Verein (Stiftung)
1963
"Villa Massimo-Stipendium", Deutsche Akademie Rom, Rom, Italien
1966
"UNESCO-Preis für Malerei, anlässlich der XXXIII. Biennale von Venedig", Venedig, Italien "Stipendium der Aldegrever-Gesellschaft, Münster"
1968
"Premio Marzotto-Europa, Valdagno", Italien
1989
"Hans-Molfenter-Preis", Stadt Stuttgart
1991
"Großer Preis der XXI. Biennale von Sao Paulo", Brasilien "Kulturpreis des Landes Hessen"

Einzelausstellungen (Auswahl)

"Ausstellung des grafischen Werkes", Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Baden-Baden Galerie Brusberg, Hannover
1971
"Horst Antes. Bilder 1965-1971", Staatliche Kunsthalle Baden-Baden; Kunsthalle Bern; Kunsthalle Bremen; Frankfurter Kunstverein
1976
"Antes", Palazzo delle Prigioni Vecchie, Venedig, Italien
1977
Kunsthalle Darmstadt (Kat. mit WV der Metallplastik 1963-1976), Darmstadt Lefebre Gallery, New York, USA Arts Cub of Chicago, Chicago, USA
1983
"25 Votive", Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt am Main "Horst Antes. Die Sammlung Wolf und Ursula Hermann", Kunsthalle Bremen; Sprengel Museum Hannover; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, Hannover
1984
"Votives", Soloon R. Guggenheim Museum, New York, USA
1989
"Horst Antes, Die Berliner Bilder", Galerie der Stadt Stuttgart, Stuttgart Sprengel Museum Hannover, Hannover
1993
"Jawlwnsky - Antes, 12 Bilder zu 12 Meditationen", Berlinische Galerie, Berlin
1995
"Horst Antes, Arbeiten, Sammlungen 1959-1995", Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais Karlsruhe; Kunsthalle Emden, Stiftung Henri Nannen "Horst Antes, Keramik 1962-1988", Badisches Landesmuseum Karlsruhe/Museum in der Majolika-Manufaktur (mit WV der Keramik), Karlsruhe
2000
Galerie Koch, Hannover
2002
"Figur Wolkenfänger", Sprengel Museum Hannover, Hannover
2003
"Horst Antes: Arbeiten von 1959-2002", Schleswig Holsteinische-Landesmuseen Schloß Gottdorf, Schleswig
2004
"Horst Antes und Kachinas", Takamatsu City Mus. of Art; Itami City Mus. of Art; Iwate Mus. of Art; Iwaki City Art Mus. u.a., Japan
2006
"Horst Antes - und morgen male ich vielleicht ein Bild", Kunsthalle Würth, Schwäbisch-Gemünd
2007
Galerie Utermann, Dortmund
2010
"Antes und Ranru und Boro", Franz-Marc-Museum, Kochel am See
2013
"Antes Malerei 1958-2010", Martin-Gropius-Bau, Berlin
2016
"Horst Antes: Von Menschen und Häusern", Galerie Koch, Hannover "Horst Antes: Ausstellung zum 80. Geburtstag", Galerie Utermann,

Gruppenausstellungen (Auswahl)

1961
"II. Biennale des jeunes artistes", Paris, Frankreich
1964
"documenta III", Kassel Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
1966
"XXXIII. Biennale von Venedig", Venedig
1968
"documenta IV", Kassel
1977
"documenta VI", Kassel
1986
"25 Years Lefebre Gallery", Lefebre Gallery, New York, USA

Über den Künstler

Horst Antes gehört zu den wichtigsten Erneuerern der figurativen Malerei und Plastik in Deutschland nach 1945. Sein umfangreiches Werk besteht aus Gemälde, Plastiken, Zeichnungen, Keramiken, Druckgrafiken und Werken der Buchkunst. Trotz formaler und inhaltlicher Unterschiede ist seinen in über sechs Jahrzehnten geschaffenen Arbeiten ihr oft hermetischer, rätselhafter und hintergründiger Charakter gemeinsam, verbunden mit einer dem Künstler ganz eigenen Symbolik.
Zu Antes‘ bekanntesten Schöpfungen gehören anthropomorphe Kunstfiguren, auch Kopffüßler genannt, die zwischen 1962 und 1981 sein Werk dominieren. Meist als Einzelfigur, aber auch als Paar dargestellt, sind sie in nicht näher definierten Umräumen, dann auch in surrealen Landschaften wiedergegeben: Archetypen des Menschen, zuweilen mit Beigaben versehen wie etwa Leiter, Rohr, Reif, Schlange, Taube, Hase, Stuhl, Tisch, Löffel, Federn und Spermien. Diese zeugen von Antes‘ Interesse an Frühformen der Religion, an Spiritualität und Kult, insbesondere der Pueblo-Indianer Nordamerikas aus deren spiritueller Bilderwelt Zeichen Eingang in das Werk des Künstlers gefunden haben. Ab 1983 entstehen die sogenannten „Votive“: aus sehr feinem Goldblech geschnittene, mythische Szenerien, bestehend aus menschlichen Figuren sowie der gegenständlichen Symbolwelt seiner Kunstfiguren. In transparenten Schaukästen installiert, bilden die „Votive“ magisch anmutende plastische Ensembles von feierlicher Entrücktheit. Ähnliches gilt für die 1987 einsetzenden „Hausfiguren“. Ihre sakrale Feierlichkeit und magische Aura resultiert aus ihrer den äußeren Sinnen nicht zu durchdingenden Hermetik. Karge Kompositionen geschlossener Architektur versinnbildlichen den Existenzraum des Menschen, das Haus als Metapher für den Menschen.
Verborgen, aber doch existent materialisiert Antes das Fortschreiten der Zeit in den seit 1989 entstehenden „Datums- und Zeitraumbildern“. Die im Bild über einen bestimmten Zeitraum übereinander gemalten Angaben zu Tag, Monat und Jahr werden durch das Übereinanderlegen der Datumsschichten immer schwerer lesbar, „verblassen“, bleiben aber doch vorhanden. Verso listet sie der Künstler akribisch auf.
Antes studiert von 1957-1959 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei HAP Grieshaber. Als Stipendiat 1962 der Villa Romana, Florenz, sowie 1963 der Villa Massimo, Rom, lebt der Künstler in den sechziger Jahren einige Zeit in Italien, seiner späteren Wahlheimat. 1964, 1968 und 1977 ist Antes Teilnehmer der documenta in Kassel, 1966 der Biennale in Venedig, 1991 der Biennale von Sao Paulo, wo er mit dem „Großen Preis“ geehrt wurde. Von 1965-73 und 1985-2000 hat Horst Antes eine Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe inne. Seine Werke sind national und international in Museen vertreten. Der 1936 in Heppenheim geborene Horst Antes lebt und arbeitet heute in Sicellino bei Siena, in Karlsruhe und Berlin.