Ernst Wilhelm Nay

Dornbusch, 1951

Oil on canvas
86 × 60 cm
Signiert und datiert, verso auf dem Keilrahmen bezeichnet:"Nay - Dornbusch - 1951"
Provenance:
Elly Nay, Berlin
Galerie Orangerie-Reinz, Köln
Sammlung G.L. Roese, Hannover
Privatsammlung, Hannover
Literature:
Aurel Scheibler, Ernst Wilhelm Nay: Werkverzeichnis der Ölgemälde, Bd. I, 1922-1951, Köln 1990, S.
Das in seiner Farbigkeit auf die Primärfarben Gelb und Rot, dessen Komplementärfarbe Grün sowie Schwarz, Weiß und Grau reduzierte Ölbild "Dornbusch" ist aus einer Vielzahl von flächig aufgefassten, sich teils überlagernden Formen aufgebaut. Neben freien Formen finden sich Kreise, Dreiecke, sichelförmige sowie lineare Elemente. Aufgrund ihrer Ausrichtung sowie Akkumulation um die senkrechte Mittelachse der Leinwand, entsteht hier eine dynamische, sich von unten nach oben entwickelnde Senkrechtbewegung.
"Dornbusch" gehört zu den sogenannten "Fugalen Bildern", eine von Nay selbst gewählte Terminologie für seine zwischen 1949 und 1951 entstandenen Werke. Und tatsächlich scheint sich in "Dornbusch" das musikalische Prinzip der Fuge in der Abfolge und Wiederholung einzelner, leicht variierter Formelemente zu verwirklichen. 1951 beschreibt Nay seine Malerei dieser Jahre als „nicht gegenständlich, abstrakt nur im allgemeinsten Begriff, sehr stark in den Farben, sehr klar und äußerst lebendig.“ Lebendigkeit, Dynamik und Klarheit, die sich sowohl aus den Farben und Formen, ihrem Zusammenklang und Zusammenspiel ergeben, sind die Charakteristika des Ölbildes, verbunden mit dem nur schwerlich in Worte zu fassenden „Zauber des Schöpferischen“ (E.W. Nay) der Kompositionen Nays.