Lyonel Feininger

Benz, 1950

Watercolor and pen
24 × 25,9 cm
Signed, titled and dated
Provenance:
Julia Feininger Estate
Marlborough Fine Art, London
Mit dem Aquarell Benz knüpfte Feininger 1950 an ein Motiv an, das auf seine Aufenthalte auf der Insel Usedom an der Ostsee zurückgeht. Von 1908 bis 1912 verbringt der Künstler hier die Sommermonate, meist im Seebad Heringsdorf, von wo aus er mit dem Fahrrad oder zu Fuß die Insel erkundete, besucht diese jedoch wiederholt auch im Herbst. 1909 scheint Feininger Benz und seine evangelische Kirche St. Petri erstmals gezeichnet zu haben. In den folgenden Jahren sucht er die Ortschaft verschiedentlich auf, wobei er sich künstlerisch insbesondere für deren im Kern frühgotische Dorfkirche interessiert. Über zwei Jahrzehnte hinweg wird Feininger sich mit dieser in Blei- und Buntstiftzeichnungen, Aquarellen sowie Ölbildern künstlerisch beschäftigen und greift auch nach der Rückkehr 1937 in seine Geburtsstadt New York das „liebgewonnene“ Motiv fortgesetzt auf.

Für das Aquarell von 1950 wählt Feininger den Blick unter Bäumen hindurch auf das in der Ferne liegende dörfliche Ensemble mit hochaufragendem Kirchturm, das er zu einer blauen Silhouette zusammenfasst. Möglicherweise geht das Aquarell auf eine Zeichnung Feiningers zurück, die bereits 1913 dem Ölbild "Benz (II)" als ideelle Basis dient.