Ernst Wilhelm Nay

Olivklang und Ocker, 1958

Oil on canvas
89,2 × 116,2 cm
Signiert und datiert, verso auf dem Keilrahmen signiert, betitelt und datiert, auf der Leinwand "Nay"
Provenance:
Galerie Günther Franke, München (1958)
Wolfgang Münch, Kaiserslautern (1986)
Galerie Brockstedt, Hamburg
Privatsammlung, Süddeutschland
Galerie Michael Haas, Berlin
Literature:
Willy Baumeister - Ernst Wilhelm Nay, Ausst.-Kat. Kunsthalle Basel, Basel 1960, Kat.-Nr. 128.
Ernst Wilhelm Nay: Gemälde 1955-1964, Ausst.-Kat. Kunstverein in Hamburg, Hamburg 1964, Kat.-Nr. 11.
Ernst Wilhelm Nay: Gemälde, Ausst.-Kat. Pfalzgalerie Kaiserslautern, Kaiserslautern 1977, Kat.-Nr. 39.
Aurel Scheibler, Ernst Wilhelm Nay: Werkverzeichnis der Ölgemälde, Bd. II, 1952-1968, Köln 1990, S. 62, Nr. 892.
Ernst Wilhelm Nay, Ausst.-Kat. Galerie Michael Haas, Berlin 2021, Kat.-Nr. 8.
"Olivklang und Ocker" gehört zu Nays Werkgruppe der "Scheibenbilder" (1954-1962). Das Hauptmotiv dieser Werkgruppe sind kreisförmige Farbflächen, die Nay als „chromatische Scheiben“ bezeichnet. Mit der Farbscheibe findet Nay zu einer „gesetzhafte(n) Methode, die Malerei der Farbe etwa so zu ordnen, wie die Setzung der Töne in der Musik“, zu einer „Satztechnik der Malerei“ (E.W. Nay), die ihm ermöglicht, eine unbegrenzte Anzahl von Variationen schaffen zu können. Die einzelnen Scheiben gestaltet Nay nicht mit fest konturierten, sondern leicht verfließenden Umrissen und wie in Olivklang und Ocker farbig moduliert, so dass seine Scheibenbilder in ihrer Erscheinung teils dem Aquarell vergleichbar sind. Hinweise auf Gegenständliches, Figürliches, findet sich in den Scheibenbildern nicht mehr. Diese sind nunmehr ungegenständlich. In "Olivklang und Ocker" verbindet sich die erdige Tonalität ockerbrauner und olivgrüner Scheiben mittels zweier großer, schwarz-weißer Scheiben, graublauer Scheiben, einer kleinen grünen Scheibe sowie des Rots und Oranges der Untermalung zu einer spannenden, tiefgründig-glühenden Komposition.
Nay hat zu diesem Zeitpunkt bereits internationale Anerkennung gefunden. 1956 werden seine Werke auf der 28. Biennale von Venedig in einem eigenen Saal im Deutschen Pavillon präsentiert; 1955 ist er auf der documenta I, 1959 auf der documenta II in Kassel vertreten, 1957 in der Ausstellung „German Art of the Twentieth Century“ im Museum of Modern Art in New York.