Max Ackermann

Ohne Titel, 1953

Pastel on paper
31,2 × 24,4 cm
Provenance:
Nachlass Max Ackermann
Kunstsalon Döbele, Dettelbach
Privatsammlung, München
1953 reist Max Ackermann in die Provence. Die dort geschaute Landschaft, die Ackermann „herber“ als die des Bodensees empfindet, wird mit ihrer „Vegetation“ sowie ihren „Felsnestern“ für den Maler zu einer neuen Inspirationsquelle (Max Ackermann). Obwohl Ackermann zu diesem Zeitpunkt bereits konsequent gegenstandslos arbeitet, entwickelt er seine Kompositionen mittels der Farbe, den Formen sowie der Linie aus dem „Erlebten“ und der „Innenschau“ (Max Ackermann). Dabei versteht er die Farbe als das primäre Gestaltungselement seiner Kompositionen.
Ackermanns 1953 entstandenes Pastell wird von der Farbe Blau dominiert, die teils flächig mit Weiß zu einem Hellblau gehöht ist sowie hier durch schwarze Konturlinien vom dunkleren Grund abgrenzt ist. In der Mitte der Komposition befinden sich kleine farbige Akzente in Orange, der Komplementärfarbe von Blau, sowie in Rot, Gelb, Schwarz und Weiß. „Ein Blick über das blaue Meer, und das Herz ist erquickt“, schreibt Max Ackermann 1967: „Übertrage ich dieses Meerblau auf eine gegebene Fläche von Bildrand zu Bildrand, so ist etwas Wohltuendes geschehen. Schließe ich diese blaue Fläche im Sinn des Kontrapunkts auf, so habe ich ein in sich bewegtes Blau. Unser Auge fordert das Komplement Orange, welches die Spaltprodukte Zitronengelb und Hochrot hergibt. Sind diese atomisierten Akzente organisch dem Blau einverleibt – so habe ich ein Lob auf das Blau gesungen.“