Rudolf Jahns

Wolfenbüttel 1896 - 1983 Holzminden

Selected Works

Kirche und Häuser
1957
Antibes
1963
Der Strand
1963
Komposition Auf und Ab (No. 99)
1968
Collage, Konstr. (no. 175)
1970
Komposition, Konstr. (No. 178)
1925/1971
Rote Brücke (Bild No. 23)
1964
Rote Figur im Raum (Bild No. 21)
1964
Räumlich
1958
Musikalische Improvisation
1966
Hommage ... Rembrandt (Bild No. 54)
1965
Konstruktiv
1928

Vita

1896
geboren am 13.3. in Wolfenbüttel
1902
Übersiedlung der Familie Jahns nach Braunschweig
1915
Abitur in Braunschweig
1915 - 1918
Soldat im ersten Weltkrieg
1919/20
entscheidende Auseinandersetzung mit moderner Kunst, erste abstrakte Bilder
1920
in Holzminden niedergelassen
1923
Eheschließung mit Renate Helmke
1924
Ausstellungsbeteiligung im "Sturm", Berlin, 132. Ausstellung
1927
Freundschaft mit Kurt Schwitters und Carl Buchheister. Mitbegründer der Künstlervereinigung "die abstrakten hannover". Mitglieder: Buchheister, Jahns, Nitzschke, Schwitters, Vordemberge-Gildewart und Domela
1933 - 1945
Verbot abstrakter Malerei durch das Naziregime. Aus dem Provinzialmuseum Hannover wird das Ölgemälde "Abstrakte Komposition" beschlagnahmt
1955
Freundschaft mit Nell Walden. In den folgenden Jahren umfangreicher Briefwechsel und Besuche in der Schweiz
1958
bis in die siebziger Jahre zahlreiche Studienreisen nach Frankreich, Italien, Österreich, Jugoslawien und Holland
1983
Rudolf Jahns stirbt mit 87 Jahren am 1. Juli 1983 in Holzminden
1994
Errichtung der Rudolf Jahns-Stiftung mit Sitz in Detmold
1998
Gründung des Rudolf Jahns- Freundeskreises e.V. mit Sitz in Holzminden
2003
Kooperation der Rudolf Jahns Stiftung mit dem Sprengel Museum, Hannover

Awards

1971
"Verleihung der Haarmann-Plakette der Stadt Holzminden",
1982
"Verleihung des Bundesverdienstkeuzes 1. Klasse", "Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Holzminden",

Solo exhibitions (selection)

1921
"Zehnerbund", Lessingbund Braunschweig, Braunschweig, Germany
1926
"Rudolf Jahns", Baugewerkschule, Holzminden, Germany
1970
"Rudolf Jahns: Ölbilder und Aquarelle", Kunstverein Wolfsburg, Wolfsburg, Germany
1976
"Rudolf Jahns: Gemälde und Zeichnungen 1919-1928", Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Germany
1978
"Rudolf Jahns", Lippische Gesellschaft für Kunst, Detmold, Germany "Rudolf Jahns", Städtische Galerie, Paderborn, Germany
1982
"Rudolf Jahns: Retrospektive 1919-1980", Sprengel Museum Hannover; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Quadrat Bottrop Moderne Galerie, Germany
1985
"Rudolf Jahns. Ölbilder 1955-1978", Herforder Kunstverein, Herford, Germany
1987
"Rudolf Jahns. Konkrete Landschaften: Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen", Bielefelder Kunstverein; Kunstamt Berlin-Tiergarten; Städtisches Museum Braunschweig, Germany
1988
"Rudolf Jahns: Werke auf Papier", Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Germany
1996
"Rudolf Jahns. Zum hundertsten Geburtstag", Kunsthalle Wilhelmshaven; Marburger Universitätsmuseum; Stadtmuseum Holzminden, Germany "Rudolf Jahns: Wege zur Abstraktion", Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Germany
1997
"Rudolf Jahns. Linien-Spiele", Städtische Galerie Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt, Germany
1999
"Rudolf Jahns. Linien-Spiele", Lippische Gesellschaft für Kunst, Detmold; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, Germany
2001
"Rudolf Jahns: Notturno. Werke von 1919 bis 1976", Sprengel Museum Hannover, Germany
2003
"Rudolf Jahns: Retrospektive", Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, Germany
2006
"Rudolf Jahns: Malerei und Grafik", Sprengel Museum Hannover, Hannover, Germany
2010
"Rudolf Jahns", Galerie Koch, Hannover, Germany
2012
"Rudolf Jahns (1896-1983): Im Zeichen der Linie - die Entwicklung der Arbeiten auf Papier", Sprengel Museum Hannover, Hannover, Germany "Inspirationsquelle Musik: Rudolf Jahns - Gemälde und Zeichnungen", Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Kloster Cismar, Germany
2014
"abstrAKT Figurenbilder von Rudolf Jahns (1896-1983)", Kunstmuseum Moritzburg Halle, Halle, Germany
2015
"Rudolf Jahns und die Kunst nach 1945", Osthaus Museum Hagen, Hagen, Germany "Rudolf Jahns: Collagen", Kunstsammlung Chemnitz, Chemnitz, Germany

Group exhibitions (selection)

1919
"Ausstellung im Lessingbund", Lessingbund Braunschweig, Braunschweig, Germany
1924
"132. Ausstellung", Der Sturm, Berlin, Germany
1925
"Mohlzahn - Jahns - Maatsch", Gesellschaft der Freunde junger Kunst Braunschweig, Braunschweig, Germany
1927
"Große Berliner Kunstausstellung", Akademie der Künste, Berlin, Germany "Herbstausstellung Hannoverscher Künstler 1927", Kunstverein Hannover, Hannover, Germany
1929
"Kunstausstellung Altona 1929", Altonaer Künstlerverein, Hamburg, Germany
1930
"Herbstausstellung Hannoverscher Künstler 1930", Kunstverein Hannover, Hannover, Germany
1961
"Herwarth Walden und die Europäische Avantgarde", Nationalgalerie, Berlin, Germany
1988
"die abstrakten hannover. Internationale Avantgarde 1927-1935", Sprengel Museum Hannover; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, Germany
2018
"abstrakt, abstrakt, abstrakt ... Von Albers über Dorazio zu Hirst", Galerie Koch, Hannover, Germany
2019
"Wege in die Moderne", Winckelmann Museum, Stendal, Germany
2020
"65 Jahre Galerie Koch", Galerie Koch, Hannover, Germany

About the artist

Rudolf Jahns wird am 13. März 1896 in Wolfenbüttel geboren. Er wächst ab 1902 in Braunschweig auf, wo er 1915 das Abitur macht. Bereits als Schüler zeichnet Jahns und besucht Abendkurse an der Kunstgewerbeschule, auch ist er als Flötist Mitglied im Schulorchester seines Gymnasiums. Nach dem Einsatz als Sanitäter im Ersten Weltkrieg (bis März 1919) kehrt er nach Braunschweig zurück. Auf Drängen des Vaters arbeitet Jahns beim Zoll, malt und zeichnet jedoch autodidaktisch weiter. Er mietet ein Atelier außerhalb der elterlichen Wohnung. Jahns beginnt sich mit der zeitgenössischen europäischen Avantgarde auseinanderzusetzen, namentlich den Werken von Lyonel Feininger, den kubistischen Werken von Pablo Picasso und George Braque, den abstrakten Kompositionen Wassily Kandinskys und Paul Klees. Es entstehen erste Zeichnungen, Temperabilder und Aquarelle mit konstruktiver Gestaltung der Fläche. 1920 wird Jahns als Finanzbeamter nach Holzminden versetzt. Hier fühlt er sich isoliert und flieht in das Naturerlebnis, das neben der Liebe zur Musik für seine Kompositionen trotz geometrisch-abstrakter Formensprache von Bedeutung bleibt. Dabei sucht Jahns den schöpferischen Umgang mit den in der Natur vorgefundenen Formen und Farben, der nach seiner Ansicht Voraussetzung jeglicher künstlerischen Gestaltung ist, um „Lebendiges“ zu formen und nicht „starre Materie“ (1924). Die Auseinandersetzung mit der Natur, aber auch die musikalische Fundierung seiner Kompositionen verbinden Jahns mit Paul Klee. Jahns beschäftigt sich intensiv mit der klassischen Musik und spielt neben der Flöte auch Klavier. 1924 kann Jahns erstmals Werke in der Berliner Galerie „Der Sturm“ ausstellen. Hier sieht er auch die Arbeiten des Hannoverschen Künstlers Kurt Schwitters. Persönlich lernen sich die beiden am 24. Februar 1927 kennen. Jahns hatte für den Hannoveraner in seinem Holzmindener Atelier einen sogenannten „Merz“-Abend arrangiert. Bei dieser Gelegenheit sieht Schwitters erstmals Werke von Jahns und lädt diesen noch am selben Abend zur Teilnahme an zwei projektierten Ausstellungen der „Internationalen Vereinigung der Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten e.V.“ („Die Abstrakten“) sowie zur Gründung einer eigenen Ortsgruppe dieser Künstlervereinigung in Hannover, den „abstrakten hannover“, ein. Der am 12. März 1927 in Schwitters Wohnung in Hannover gegründeten Gruppe gehören neben Schwitters und Jahns Friedrich Vordemberge-Gildewart, Carl Buchheister, Hans Nitzschke und später auch Cesar Domela an. Das Verbot abstrakter Malerei durch die Nationalsozialisten und die Beschlagnahmung seines Ölbilds „Abstrakte Komposition“ aus dem Provinzialmuseum Hannover treiben Jahns in die künstlerische Emigration und hin zur gegenständlichen Darstellung von Mensch und Landschaft. Nach 1945 nimmt Jahns sein abstrakt-konstruktives Schaffen zunächst zögernd, dann mit neuer Intensität auf, wobei das Naturerlebnis, die Landschaft, die Musik sowie die Architektur in seine Kunst verwoben werden. Der frühe Tod seiner Frau Renate (1958) sowie seines Sohnes (1960) stürzen den Künstler in eine Schaffenskrise, die er noch in der ersten Hälfte der 1960er Jahre überwindet. Es entsteht nun sein Spätwerk, das von Innovation und Qualität geprägt ist. Jahns erfährt Anerkennung durch Einzelausstellungen in Kunstvereinen sowie Museen. 1976 veranstaltet das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kultur eine Einzelausstellung des Künstlers, 1981 das Sprengel Museum Hannover sowie das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen. 1982 wird Jahns das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen sowie die Ehrenbürgerwürde der Stadt Holzminden. Nach dem Tod Jahns wird 1994 die Rudolf-Jahns-Stiftung gegründet. Seitdem führt das Sprengel Museum Hannover regelmäßig Einzelausstellungen des Künstlers durch.