Rudolf Jahns

Rote Figur im Raum (Bild No. 21), 1964

Watercolor on handmade paper
33,5 × 13 cm
Verso signiert, datiert und betitelt
Provenance:
Atelier des Künstlers
Privatsammlung, Holzminden
Literature:
Ulrich Krempel, Barbara Roslieb Jahns (Hrsg.), Rudolf Jahns. Werkverzeichnis 1917-1981, Ostfildern-Ruit 2003, S. 226, Nr. 399.
Kunst-Stücke: Eine Ausstellung auf Reisen, München - Hannover - Köln, Ausst.-Kat. Galerie Koch, Hannover 2021, S. 46f.
Die hochrechteckige Komposition Rudolf Jahns zeigt vor einem abstrakt-ungegenständlich gestalteten Hintergrund mit teils winkligen Flächenformen in erdigen Farbtönen eine hochaufragende, in hellen, warmen Rottönen gemalte Figur. Auch diese zeigt eine abstrakte Formensprache, die mit dem gemalten Umraum in Einklang steht, und ist in erster Linie durch ihre aufrechte Gestalt definiert, die als ein Wesensmerkmal des menschlichen Körpers gilt.
Obwohl sich Rudolf Jahns als abstrakter Maler verstand, zeigen seine Werke vielfach Bezüge zu der Gegenstandswelt. 1955 bekennt er seinem Malerkollegen Walter Wilhelm: „Nun, Du weisst ja, dass ich vom Wert der abstrakten Malerei überzeugt bin, obgleich ich in vielen Bildern den Gegenstand irgendwie erkennen lasse als das ‚Beziehungsvolle‘, das Menschliche, das Mittelnde. – Überhaupt ist eigentlich alles erlaubt, wenn gute Malerei dabei herauskommt. Es kommt wohl darauf an, wie einer der Welt der Erscheinungen verhaftet ist und im Wesen der natürlichen Dinge (Mensch, Pflanze, Tier, Landschaft, Raum, Ding) ruht, sich in ihnen fühlt, sie in sich fühlt. Eine starke Bindung zu diesen Formen macht es schwer, sich ihrer gänzlich zu entäussern. – Ich würde es nicht können.“(1)

1) Rudolf Jahns, Brief vom 19. Februar 1955 an Walter Wilhelm, in: Rudolf Jahns, Malen ist leben, Tagebücher, Briefe, Texte, Münster 1988, S. 134.