Fritz Klimsch

1870 - 1960

Ausgewählte Werke

Beschaulichkeit
vor 1924
Ruhende mit Turban
1955
Siesta
1955

Vita

10.02.1870
Fritz Klimsch wird als Georg Friedrich Klimsch in Frankfurt am Main geboren. Aus einer Frankfurter Künstlerfamilie stammend, erhält Klimsch ersten Unterricht von seinem Vater, dem Maler und Illustrator Eugen Johann Klimsch, der an der Kunstgewerbeschule in Frankfurt/Main unterrichtet.
1886 - 1890
Studium an der Königlichen Akademischen Hochschule für die bildenden Künste, Berlin, bei Ernst Hanke (Zeichenklasse), Albert Wolff (Modellierklasse) sowie Fritz Schaper (Bildhaueraktsaal). Ab 1887 entstehen erste eigenständige Bildwerke (z.B. "Achilles an der Leiche des Patroklus", 1887, Gipsrelief). Klimsch erhält zu diesem Zweck ein eigenes Atelier an der Akademie.
1893/94
Klimsch wird für die Plastik "Gefesselter" (1891-91, Gips), die er 1893 in der Großen Berliner Kunstausstellung zeigt, mit dem Großen Staatspreis (1894) ausgezeichnet. Einrichtung (1884) eines eigenen Ateliers in Berlin-Charlottenburg, in dem er als freischaffender Bildhauer arbeitet. Noch im selben Jahr Heirat mit Irma Lauter sowie Reise nach Paris, wo er die Werke von Auguste Rodin im Original kennenlernt.
1895
Studienreise nach Italien. Klimsch besucht Florenz, Rom, Neapel u.a.
1898/99
Die Berliner Nationalgalerie kauft seine "Tänzerin" (1898, Bronze) an. Klimsch ist Gründungsmitglied der Berliner Secession, deren Ausstellungen er in der Folge regelmäßig beschickt (bis 1913).
1906 - 1909
Klimsch erlangt größere öffentliche Bekanntheit durch den 1906 gewonnenen Wettbewerb um das "Denkmal für Rudolf Virchow" (1906-10; Berlin, Karlsplatz). Sein Werk besteht in diesen Jahren jedoch vornehmlich aus Bildnisbüsten (z.B. "Lovis Corinth", 1906, Bronze, Berlin, SPKM Nationalgalerie) und -statuetten (z.B. "Nelly Herz mit ihrer Tochter Marta", 1902, Bronze, Privatslg.), Grabmälern sowie weiblichen Aktfiguren ("Badende", 1907, Marmor, Frankfurt a.M., Städel Museum). 1909 Studienreise nach Griechenland.
1910 - 1920
Der Ernennung zum Ordentlichen Professor (1910) folgt 1912 die Wahl zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste (später Preussische Akademie der Künste), Berlin, sowie 1916 die Wahl in deren Senat. Ab Ende 1911 hat Klimsch Kontakt zu Carl Duisburg, Direktor der Bayer AG, Leverkusen, der sein bedeutendster Förderer dieser Jahre wird (z.B. "Flora", 1919-20, Marmor, Leverkusen, Slg. Bayer AG,). 1913 verlässt Klimsch die Berliner Secession und wird Mitglied der Freie Secession, Berlin, die ihm 1920 eine Sonderausstellung einrichtet.
1921 - 1945
Trotz 1921 erfolgter Berufung an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst (Berlin/Charlottenburg) sowie die 1934 erfolgte Ernennung zum Vorsteher eines Meisterateliers an der Akademischen Hochschule für die bildenden Künste, Berlin, bleibt die finanzielle Situation von Klimsch angespannt. Gegen seine Versetzung 1935 in den Ruhestand legt der Bildhauer erfolglos Einspruch ein. Dennoch genießt Klimsch im Dritten Reich staatliche Anerkennung. Klimsch erhält Aufträge u.a. durch das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda (8 Figuren für den Festsaal u. das Treppenhaus des Prinz-Friedrich-Karl-Palais, Berlin, 1936-1939, Bronze u. Marmor, z.T. verschollen), sein Werk wird in Einzelausstellungen gewürdigt (z.B. 1942 Berlin, Preußische Akademie der Künste); auch beschickt Klimsch regelmäßig die Große Deutsche Kunstausstellung (München). 1940 Verleihung der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Nach Beschädigung seiner Berliner Wohnung (1943), siedelt Klimsch mit seiner Familie nach Salzburg über.
1946 - 1960
1946 müssen alle Deutschen Salzburg verlassen, so auch Klimsch und seine Familie. Der Bildhauer lässt sich schließlich in Saig im Schwarzwald nieder, wo er bis zu seinem Lebensende (1960) lebt und arbeitet. 1960 Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes an Klimsch.