Hans Steinbrenner

Komposition (Engel), 1959 (Bronze

Bronze
99 × 17 × 23 cm
Ex.-Nr. 2/6
Monogrammiert und nummeriert
Kunstguss Eschenburg, Lahn-Dill
Provenienz:
Nachlass Hans Steinbrenner
Literatur:
Hans Steinbrenner, Skulpturen 1948 – 1960
(mit Werkverzeichnis), Ausst.-Kat. Altana -
Sinclair-Haus, Bad Homburg v.d.H. 1990,
S. 94 (Abb.), S. 127, Nr. 132 (Nussbaumholz).

Über den Künstler

1928
geboren in Frankfurt am Main

1945 - 1947
arbeitet als (Autodidakt) Graphiker und Plakatmaler bei den Befreiern der U.S. Armee in Frankfurt.

1946 - 1949
Studium an der Werkkunstschule Offenbach / Main (Werbegraphik)

seit 1946
Grafik, Schrift und Zeichnung

seit 1947
Malerei

seit 1948
Bildhauerei - Gegenstandsbetonte Arbeiten bis 1955-56

1949 - 1952
Studium an der Städelschule, bei Hans Mettel - Frankfurt/Main

1952
erste Einzelausstellung in der Zimmergalerie Franck,
Frankfurt/M. Preis bei dem Wettbewerb „Eisen und Stahl“ - Düsseldorf

1952 - 1954
Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München Meisterschüler von Toni Stadler

1954
Lehrauftrag für Steinschrift an der Staatlichen Fachschule
für Steinbearbeitung, Wunsiedel / Oberfranken.

1955
Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie

1957
Biennale’57 Jeune Peinture, Jeune Sculpture, Paris

1957 + 1959
4. und 5. Biennale Middelheim (Skulptur), Antwerpen - Belgien

1958 + 1966
Sonsbeek – Internat. Plastikausstellung im Freien - Arnehm - Holland

1960 - 1961
Anfang der kubisch-abstrakten Skulpturen, zumeist in Holz und Stein, begleitet von Federzeichnungen

1961
6. Biennale Middelheim(Skulptur), Antwerpen. 2. Internationale Ausstellung zeitgenössischer Plastik, Musée Rodin, Paris.

1963
Symposium Europäischer Bildhauer, Berlin (und erste Begegnung mit der abstrakten Malerei von Otto Freundlich, dessen „Elementarismus“ für die Entwicklung seines eigenen malerischen Werkes bestimmend sein wird.)

1964
documenta III, Kassel Deutsche Skulptur des 20. Jahrhunderts, Musée Rodin, Paris

1965
8. Biennale Middelheim (Skulptur), Antwerpen

1967
Stipendium der BRD in der Cité Internationale des Arts, Paris.

1970
Teilnahme an der Weltausstellung Osaka , Japan

1974
Gastdozent an der Städelschule, Frankfurt/Main

1986
Einzelausstellung, Moderner Galerie Quadrat Bottrop

1988
Einzelausstellung im Musée de Pontoise (Donation Freundlich) Salon des Réalités Nouvelles, Paris.

1992
Teilnahme an der Osaka Triennale ’92 : Skulpturen

1996
Einzelausst. „ Skulpturen im Städelgarten“ . Städel - Frankfurt/M.

1999
Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München.

2008
Hans Steinbrenner stirbt in Juni 2008 in Frankfurt.

Die 1959 entstandene Komposition (Engel) ist mit ihren gerundeten, organisch-weich gebildeten und schmalgliedrigen Formen,
dem vertikal aufstrebenden Aufbau unter Einbeziehung von Hohl- und Leerräumen ein charakteristisches Werk von Hans Steinbrenner der Jahre 1955 – 60. Dieser Abschnitt im Schaffen des Künstlers wird aufgrund der in diesen Jahren vorherrschenden
organischen Formenbildung auch als biomorphe Phase bezeichnet. Nach Jahren der Figuration, die Steinbrenners plastisches
Werk der Studienzeit prägt, von 1949 – 52 an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) in Frankfurt am Main bei Hans Mettel sowie von 1952 – 54 an der Akademie der Bildenden Künste in München als Meisterschüler von Toni Stadler, erteilt dieser 1955 der Figuration eine Absage und geht zu einer biomorphen, organischen Abstraktion über, die jedoch durchaus noch Assoziationen an Figuren zulässt. Mit dieser verbunden sind die Auflösung des Blocks, des Volumens, mittels Durchbrüchen und Hohlräumen sowie schmalgliedrige, organisch an- und abschwellende, vertikal aufstrebende Formen. Entscheidende Impulse in diese Richtung geben dem jungen Künstler die späten Plastiken von Wilhelm Lehmbruck sowie die Auseinandersetzung mit den abstrakt-organischen Tendenzen in der Bildhauerei der Klassischen Moderne sowie seiner Gegenwart, die Steinbrenner in Paris für sich entdeckt. 1952, im Alter von 24 Jahren, reist Steinbrenner erstmals nach Paris. Retrospektiv bemerkt der Bildhauer: „Man sah Arp in Paris, Laurens, Lipchitz, Zadkine, Henry Moore. So ging man allmählich von diesen figürlichen Dingen in die figurative Abstraktion, wo der Raum und die Komposition wichtiger waren als die einzelne Figur.“