Daniel Enkaoua

Martorell, 2012-13

Oil on canvas
73 × 130 cm
Signed, signed, dated and titled on the reverse
Provenance:
The artist's studio
Mächtig wölbt sich der Himmel über einer weiten, hügeligen Landschaft, die in dunstig-warmes Licht gehüllt ist. Am Horizont
erhebt sich ein schemenhaft angedeuteter Gebirgszug. In die überwältigende Weite der Landschaft eingebettet, verweisen helle
Häuser mit roten Dächern auf die Anwesenheit des Menschen. Martorell ist ein charakteristisches Landschaftsbild des französischen
Malers Daniel Enkaoua: der niedrige Horizont mit der imposanten Höhe des Himmels, die Visualisierung einer unendlich anmutenden Ferne, die auf den ersten Blick wenig differenziert wirkende Natur, die bei vertiefter Betrachtung eine beeindruckende Vielfalt entwickelt, der farblich kaum abgestufte Übergang von Erdoberfläche und Himmel am Horizont, die auf wenige Farben beschränkte Tonalität sowie die Stille sind die formalen und kompositorischen Merkmale seiner Landschaften. Diese setzen sich meist mit der südwestlich von Barcelona gelegenen katalanischen Region Penedès auseinander. Dabei wählt Enkaoua oftmals den Blick gen Nord-Westen, in Richtung auf den Montserrat, ein über 1000 Meter hohes Sandsteingebirge, das sich unvermittelt aus dem hügeligen Hinterland Barcelonas erhebt.
In der vorliegenden Landschaft ist eine Ansicht über die katalanische Stadt Martorell gewählt, die westlich von Barcelona, am
nördlichen Rand der Penedès liegt. Enkaouas Landschaftsbilder sind jedoch keinesfalls Veduten, topografisch exakte Wiedergaben
eines bestimmten Landschaftsausschnittes, sondern scheinen vielmehr ein bestimmtes Weltverständnis zu reflektieren: die
Einheit der Schöpfung, von Himmel und Erde. Diese findet ihren visuellen Ausdruck zum einen in der Fusion von Erdoberfläche
und Himmel am Horizont, zum anderen mittels des Lichts, das die gesamte Komposition gleichmäßig durchflutet. Daniel Enkaouas
Landschaften haben eine ausgeprägt mystische Suggestionskraft: die Landschaft als Erfahrung des Numinosen.