Horst Antes

Gefleckter Kopf, 1968

Watercolor and ink on paper
24,4 × 19 cm
Signed, dated and titled on reverse
Provenance:
The artist's studio
Zu den bekanntesten Schöpfungen von Horst Antes gehören dessen anthropomorphen Kunstfiguren, auch Kopffüßler genannt, sowie vom Körper isolierte Köpfe, stets im Profil und meist in nicht näher definiertem Umraum dargestellt. Beide Bildgegenstände bilden in den 1960er Jahren das hauptsächliche Repertoire des Künstlers, nicht nur in seinen Gemälden, sondern auch in Collage und Gouache. Dabei werden die Köpfe nicht in anatomisch exakter Form dargestellt, sondern sind nur an die menschliche Physiognomie angelehnte Neuschöpfungen des Künstlers. Bestimmte anatomische Details, wie etwa die Nase oder das Auge, werden von Antes betont und erhalten auf diese Weise eine über ihre eigentliche Funktion hinausgehende Bedeutung: „Ich belade und entlade meine Figur symbolisch, sentimental, organisch, geschichtlich, ich fülle sie an und entleere sie mit Anspielungen, Gesten, Gedanken, Spekulationen, Wünschen, Ängstlichkeiten. Ich mache mir ein Bild, ich mache mir jemanden als Gleichnis, Partner, Spiegel. Ich vervielfältige mich, behaupte mich, nehme in Besitz, erkenne mich und durch mich etwas – in Momentaufnahmen von langer Dauer.“ (Horst Antes, 1978) Sowohl die Kopffüßler, als auch Köpfe von Horst Antes sind von hintergründigem, geheimnisvollem Charakter und mit einer dem Künstler ganz eigenen Symbolik verbunden, die von seiner Auseinandersetzung mit der Kunst des Mittelalters, dem Surrealismus sowie der Religion und den Kulten indigener Völker zeugt.