Herbert Zangs

Ohne Titel, um 1973-75

Farbe auf Gaze
105 × 94 cm
Signiert und 53 datiert
Provenienz:
Atelier des Künstlers
Privatbesitz, Italien
Literatur:
65 Jahre Galerie Koch, Ausst.-Kat. Galerie Hannover, Hannover 2020, S. 92f.
Kunst-Stücke: Eine Ausstellung auf Reisen, München - Hannover - Köln, Ausst.-Kat. Galerie Koch, Hannover 2021, S. 44.
Das 1953 datierte, jedoch wohl um 1973-75 entstandene Werk von Herbert Zangs ist aus zwei Gazeschichten aufgebaut. Die monochrom weiße Fassung sowie die zu einem Quadratraster gefaltete Oberflächenstruktur binden das Werk ideell in den Kontext der Verweißungen Zangs ein, die ab 1952 entstehen, sowie hier in die ab 1953 gearbeitete Werkgruppe der Faltungen. Im Unterschied zu den verweißten Faltungen der 1950er Jahre, die aus Papier und Karton gearbeitet sind, verwendet Zangs in der vorliegenden Arbeit ein leichtes, halbtransparentes Gewebe, für das der Künstler sich nach 1973 zu interessieren beginnt. Zangs Datierung des Werkes in das Jahr 1953 ist vor dem Hintergrund seines künstlerischen Selbstverständnisses, aber auch seiner Vita zu verstehen. Anfang der 1970er Jahre sah sich Zangs im Kontext der Vorbereitung auf eine Retrospektive seines frühen OEuvres im Westfälischen Kunstverein in Münster (1974) mit seinen Verweißungen der 1950er Jahre konfrontiert. Im Zuge dieser Ereignisse, ideell in die Schaffensphase der 1950er Jahren zurückversetzt, griff Zangs Stilmittel und Techniken seines Frühwerkes auf und datiert die nun entstandenen Werke in die Zeit ihres geistigen Ursprungs zurück: „Wenn ich in einer bestimmten Gemütsverfassung Materialien sah, bei denen mir etwas einfiel, habe ich diese schon mal wieder in der alten Art und Weise collagiert. Ich konnte sie dann allerdings gar nicht anders datieren als in die vergangene Zeit, in die sie ja gehörten. Das war eine Art Sentimentalität (…).“ (Herbert Zangs)