Emil Nolde

Agaven und Kaiserkronen, um 1925

Aquarell auf Japanpapier
35 × 47,5 cm
Signiert Mit einer Foto-Expertise von Professor Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 9. Oktober 2007.
Provenienz:
Privatsammlung, Süddeutschland;
Privatsammlung, Norddeutschland
Literatur:
Kunst-Stücke: Eine Ausstellung auf Reisen, München - Hannover - Köln, Ausst.-Kat. Galerie Koch, Hannover 2021, S. 14f.
Pflanzen und Blüten gehören zu den zentralen Motiven Emil Noldes. Seine Passion für die Welt der Blumen, ihre Farbigkeit und Ausdruckskraft beschreibt der Künstler in seiner Autobiografie nachdrücklich. Ab 1906 finden Blumen Eingang in sein künstlerisches Werk, zunächst in die Ölmalerei, ab 1913 in das kleinformatige Aquarell und die Pastellzeichnung, um 1918/20 schließlich auch in das großformatige Aquarell, für das "Agaven und Kaiserkronen" (um 1925) ein eindrucksvolles Beispiel ist.

Die gesehene Natur soll, so Nolde, in einer dem Künstler „eigenen Art“ und in „geistiger Umwertung“ dargestellt werden; und so verwendet er in "Agaven und Kaiserkronen" die Farben teils unabhängig von den Bildgegenständen, gibt die Agaven in Blau, die Kaiserkronen in Rot, Violett, Orange sowie in der Form abstrahiert wieder. Die ursprünglich im Süden Nordamerikas, in Mittelamerika und im Norden Südamerikas, heute auch im Mittelmeer beheimatete Agave sowie die Kaiserkrone, die in Iran, der Türkei, Afghanistan, Pakistan und Kaschmir steinige Hänge besiedelt und in Mitteleuropa seit dem späten 16. Jh. kultiviert wird, konnte Nolde sowohl auf seinen Reisen gesehen haben, die ihn in den 1920er Jahren nach Spanien, Frankreich und Italien führten, als auch in den botanischen Gärten von Berlin und Hamburg.